Kössen

Baugründe für Einheimische

In Kössen werden im Siedlungsgebiet Staffen dreißig Bauplätze vergeben. Ein Teil des 15 Hektar großen Grundstücks steht als Tauschfläche für den Hochwasserschutz bereit.

Von Verena Hofer

Kössen –Im Jahr 2012 war der Bedarf an Baugründen für Kössner Einheimische noch nicht gegeben, zwei Jahre später ist die Nachfrage wesentlich stärker. Ein neues Siedlungsgebiet soll nun umgesetzt werden. Das 15 Hektar große Grundstück im Ortsteil Staffen wurde vor mehr als drei Jahren von der Gemeinde um 1,1 Millionen Euro gekauft. Dieses teilt sich in zehn Hektar Wiese und fünf Hektar Wald. Das Gesamtkonzept sieht dort auf einem Teil des Grundstücks 30 Bauplätze zu je 400 m² vor. Weitere 3,5 Hektar stehen als Tauschgründe für den Hochwasserschutz „Bauphase 3 neu“ zur Verfügung.

Nachdem in den vergangenen Monaten vieles dem Hochwasserschutz untergeordnet wurde, stand jetzt im Gemeinderat ein Bauprojekte für Einheimische auf der Tagesordnung. 30 Häuser können dort errichtet werden. Bei der jüngsten Sitzung wurde die weitere Vorgangsweise zum Siedlungsgebiet beschlossen. Klar ist für Bürgermeister Stefan Mühlberger, dass das Projekt nicht in wenigen Jahren abgeschlossen sein muss. „Das Projekt kann sich auch über zehn bis 15 Jahre erstrecken. Wir haben keine Eile mit dem Verkauf.“ Geplant ist die Umsetzung in zwei Phasen. Anfangs werden 15 Grundstücke erschlossen. Der Bebauungsplan ist noch offen, aufgrund der Förderungen ist aber eine enge Bebauung der Häuser vorgesehen. Eine Hortung des Grundes ist laut dem Bürgermeister nicht zulässig. Daher muss der Bau des Eigenheims innerhalb von drei Jahren ab dem Kaufdatum begonnen werden. Im Laufe der nächsten Wochen werden die Interessierten über das Projekt informiert. Das Interesse für die Baugründe hat laut Mühlberger auch etwas mit dem Hochwasser im vergangenen Jahr zu tun. „Die Gegend ist hochwassersicher.“

Einen unerwarteten Nebeneffekt hat das Grundstück auch für den Hochwasserschutz. Aufgrund der Adaptierung der „Bauphase 3 neu“ werden nun mehr Tauschflächen als geplant benötigt. Der Uferbereich entlang der Großache wird ausgeweitet. „Das Grundstück ist ein zusätzliches großes Glück“, sagt Mühlberger und ergänzt, dass die Grundstückseigentümer dadurch auch ihre Flächen für die Schutzbauten zur Verfügung stellen. Rund 3,5 Hektar landwirtschaftlicher Grund wechseln so den Besitzer.

Zu der angesprochenen „Bauphase 3 neu“ fand gestern Nachmittag erneut eine Besprechung im Landhaus mit den Mitarbeitern der Abteilung Wasserwirtschaft statt. Neben den Planern und Mühlberger war auch der Obmann der Großachengenossenschaft, Kirchdorfs Bürgermeister Ernst Schwaiger, vor Ort. In Innsbruck ging es um die Abklärung der letzten finanziellen Details und den technischen Genehmigungen. Bauherr bei dem Projekt ist die Großachengenossenschaft. „Wir liegen im Zeitplan und ich bin sehr zufrieden“, schildert Mühlberger. Bereits nächste Woche findet eine Sitzung des Förderbeirats in Wien statt, bis dahin soll das fertige Projekt vorliegen.