Zwist in Ötztaler Amtsstube
Der Gemeindevorstand von Sölden wirft BM Ernst Schöpf „Baustellen“ in wichtigen Themen vor. Dieser entkräftet Vorwürfe.
Von Hubert Daum
Sölden –„Bei den Sölder Gemeindebürgern herrscht generell eine gewisse Unzufriedenheit, speziell mit dem Bürgermeister“, ortet Gemeindevorstand Hans „Giovanni“ Grüner Handlungsbedarf und versorgte gemeinsam mit GR Thomas Grüner kürzlich die Bürger mit einer Postwurfsendung. In dieser zeigten die beiden Kommunalpolitiker in sieben Seiten so genannte „Baustellen“ auf, die nicht erledigt seien.
Unter anderem fürchten sie um den Ausverkauf des Dorfes an Fremde. „Das Verbot von Zweitwohnsitzen führte hier zur Vermarktung im Timesharing-Modell. Verkauft wird also nicht die Immobilie selbst, sondern nur die Nutzungsrechte“, heißt es in der Bürgerinfo. Um dies zu vermeiden, habe man im letzten Jahr mit einem Gemeinderatsbeschluss eine so genannte Vertragsraumordnung eingeführt. Vor einer Umwidmung oder Baugenehmigung habe der Werber mit seiner Unterschrift diese anzuerkennen und gleichzeitig eine Bankgarantie zu übergeben. Grüner sieht eine Nicht-Umsetzung des Beschlusses bei einem Bauwerber aus Obergurgl, der einen Baubescheid zur Errichtung von Timesharing-Appartements ohne die geforderten Bestimmungen erhalten habe. „Das stimmt so nicht“, kontert BM Ernst Schöpf, „Grüner, der selbst zwei Wohnungen verkauft hat, weiß um die Umstände genau Bescheid. Dies war ein Einzelfall, in dem die zeitliche Komponente und die rechtliche Handhabe eine Rolle spielten und ein Versprechen nicht eingehalten wurde. Jene Ansuchen, die aufliegen, werden natürlich so abgewickelt, wie wir es vereinbart haben.“
In einem weiteren Kritikpunkt geht es um die Abtretung von Verkehrsflächen an die Gemeinde im Rahmen der Widmung. Die Grüners orten „enorme Unterschiede in der Höhe der Entschädigungen“. BM Schöpf erklärt, dass früher für die Abtretung eine Entschädigung gezahlt, später die kostenlose Abtretung eingeführt wurde. Der Dorfchef räumt ein, dass es durchaus zu unterschiedlichen Behandlungen gekommen sei.
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