Auf zum kunstvollen Eiersuchen
Die junge britische Künstlerin Lucy Stein „On Heat“ in der Galerie der Stadt Schwaz.
Von Edith Schlocker
Schwaz –In der Galerie der Stadt Schwaz geht es derzeit recht österlich zu: Hat Lucy Stein doch – ganz in vorösterlicher katholischer Tradition – Türen mit Tüchern verhängt, auf denen sich eigenartig Eierartiges tummelt, während sich auf einer mit Zeichnungen „tapezierten“ Wand u. a. ein leidender Christus findet. Davor steht gar ein veritabler Eierbaum, behängt mit von der Künstlerin bunt bemalten Ostereiern.
Lucy Stein ist 35, hat in Amsterdam und Glasgow studiert und lebt in London. Ihre Ausstellungsliste ist beachtlich, um mit dem, was sie speziell für ihre Schwazer Ausstellung gemalt bzw. gezeichnet hat, zu überraschen. Speziell im Handschriftlichen, das sich im Gegensatz zu früher sehr frei und in großem expressivem Gestus auf großen Leinwänden und kleineren Papieren entfaltet.
Die, weder auf Keilrahmen aufgezogen noch gerahmt, direkt an die galeristischen Wände gepinnt sind. Aufgeladen mit einem Vokabular, das nie eindeutig, wenn auch immer feministisch aufgeladen ist. Dass eines der Bilder mit einem Wischmobb gemalt ist, sieht man diesem zwar nicht an, die Zitate aus Literatur, Kunstgeschichte und Alltagskultur, mit denen die Künstlerin in anderen spielt, sprechen da eine deutlichere Sprache. Da tauchen etwa mittelalterliche Heilige und Helden hoch zu Ross auf, genauso wie der eierförmige Humpty Dumpty aus Alice im Wunderland oder der rotzig gesprayte Schriftzug „Pussi“.
Fabelhaft ist es, wie Stein mit den verschiedensten, inhaltlich wie konkret räumlichen Ebenen spielt. Die sich virtuell auch in den Außenraum fortsetzen, über mentale und reale Grenzen hinweg.
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