Repair-Cafes

Kleine Rebellion greift tirolweit um sich

Gegen die Wegwerfgesellschaft: Repair-Cafés sollen künftig in allen Tiroler Regionen stattfinden.

Von Deborah Darnhofer

Innsbruck –Reparieren statt entsorgen – so lautet das Motto von Repair-Cafés. Nachdem Anfang März in Pill sowie Steinach zwei derartige Veranstaltungen über die Bühne gegangen waren, soll die Initiative nun weiter wachsen. „Im Jänner war es ein Kleinstprojekt, jetzt ist es explodiert“, ist Gründerin Michaela Brötz begeistert. Bei Kaffee und Kuchen können die Besucher vor Ort unter Anleitung von ehrenamtlichen Experten ihre mitgebrachten Dinge reparieren. „Wir wurden überrollt, aus allen Landesteilen melden sich Leute, die mitmachen wollen“, erzählt Brötz.

Eine kleine Rebellion sei im Gang, „die Menschen wollen nicht mehr sofort etwas Neues kaufen, wenn etwas kaputt geht, sondern es reparieren“. Aufgrund des enormen Echos soll die Idee bis Herbst dieses Jahres zur Institution ausgebaut werden. Dann soll einmal pro Monat ein Repair-Café in einer Tiroler Region veranstaltet werden. Die Projektträger Tiroler Bildungsforum, Land Tirol und die ATM-Abfallwirtschaft Tirol Mitte unterstützen Brötz dabei.

Am 22. April gibt es eine Infoveranstaltung beim Tiroler Bildungsforum (Tel. 0512/85 14 65) in Innsbruck. Die nächsten drei Termine für Repair-Cafés stehen ebenfalls schon fest: 10. Mai in Pill (Infos: Tel. 0676/77 33 124), 17. Mai in Inzing (Tel. 0681/10 55 95 65) und 7. Juni in Volders (Tel. 05224/52311). Neben dem Repair-Café soll es bis zu den Sommerferien auch einen eigenen Reparaturführer geben. In einer Broschüre, im Internet und mit einer App will die ATM Tiroler Betriebe vorstellen, die professionell defekte Gegenstände in Stand setzen. „Wir wollen damit den Reparaturgedanken wieder salonfähig machen“, erklärt ATM-Chef Alfred Egger.

Die Idee des Repair-Cafés wurde 2009 in den Niederlanden geboren und hat mittlerweile rund 200 Ableger weltweit. Brötz hofft auf zahlreiche Cafés in Tirol.