Pflegeausschuss ohne Pfleger
Wer einen Pflegeausschuss initiiert, der unter anderem ‚die Umsetzung und Kontrolle von einheitlichen Qualitäts- und Personalstandards‘ zu s...
Wer einen Pflegeausschuss initiiert, der unter anderem ‚die Umsetzung und Kontrolle von einheitlichen Qualitäts- und Personalstandards‘ zu seinen Aufgaben zählt, ohne die Pflege mit ins Boot zu holen, nimmt den Bereich Pflege ganz offensichtlich nicht ernst. Von einem konstruktiven Miteinander ist derzeit leider weit und breit nichts zu spüren“, erklärt der Obmann der ARGE Mobile Pflege, Thomas Strickner. Er hat sich mit den ARGEs der PflegedirektorInnen und der Altenheime zusammengetan. Die Praktiker wollen mit Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (VP) über die Zukunft der Pflege diskutieren. Und haben in einem gemeinsamen Brief um einen Termin beim Landesrat angesucht. Über mangelnde Gesprächsbereitschaft hat sich, wie berichtet, auch die Tiroler Gebietskrankenkasse in einem Schreiben an alle Landtagsabgeordneten beschwert. Kopfschütteln löst der Pflegeausschuss auch bei der Klubobfrau der Liste Fritz, Andrea Haselwanter-Schneider, aus. „Im Ausschuss sitzen Experten des Landes, der Stadt und des Gemeindeverbandes, aber keine Praktiker.“ Wozu der Ausschuss nötig sei, bleibt für Haselwanter-Schneider unklar. „Die Experten werden wohl ohnehin schon vernetzt sein.“ In der Anfragebeantwortung von Gesundheitslandesrat Tilg bestätigt dieser, dass die Pfleger keine fixen Ausschussmitglieder seien. Der Ausschuss habe in erster Linie die strategische Weiterentwicklung des Pflegeangebotes und dessen Finanzierung zur Aufgabe. Der Pflegeausschuss werde mindestens zweimal jährlich tagen, schreibt Tilg. „Bis dato liegt noch nichts auf dem Tisch“, kritisiert Haselwanter-Schneider.
Die FP-Abgeordneten und FP-Chef Markus Abwerzger ärgern sich über die anderen Fraktionen im Landtag. Ebendie wollen über die Möglichkeit der Adoption für homosexuelle Paare diskutieren. „Wir haben die höchste Arbeitslosigkeit in der Zweiten Republik, die geringsten Einkommen und höchsten Mieten“, heißt es in einer Aussendung. „Wir haben andere Probleme als die Homo-Adoption“, meint Abwerzger. Wie berichtet, hat Vorwärts einen Antrag zur „Homo-Adoption“ pro forma eingebracht. Der Landtag ist allerdings nicht zuständig. (aheu)
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