Standort Tirol

Hotels, Skigebiete und Schlösser locken Anleger

In Tirol wechseln jährlich Hotels für Zigmillionen Euro den Besitzer. Laut Immobilienmakler ASP hegen auch zwei Tiroler Skigebiete Verkaufsgelüste.

Von Max Strozzi

Innsbruck –Auf der Suche nach Renditen stecken Investoren ihr Geld immer öfter in Hotels oder Schlösser. ASP, einer der international größten Hotelmakler, hat beispielsweise im Vorjahr 450 Hotels verkauft, großteils in Europa. „Das war ein gutes Jahr, ansonsten liegen wir jährlich bei etwa 350 Hotels“, schildert Bodo Graf von Hardenberg, Leiter der Abteilung für historische Immobilien und Hotels bei ASP, gegenüber der TT. Der Durchschnittspreis für ein Hotel liegt knapp unter 3 Mio. Euro. Neben den Hotels wechselten über ASP im Vorjahr auch 47 Schlösser und knapp 40 Freizeitimmobilien wie Golfplätze, Thermen, Skigebiete oder Jachthäfen den Besitzer. Doch auch ein Bürogebäude im Londoner Zentrum für 177 Mio. Euro ist beispielsweise zu haben, ebenso ein historischer Stadtpalast in Budapest für knapp 24,7 Mio.

„Durch die Auflösung der Steueroasen, wie etwa auf den Kanarischen Inseln, ist sehr viel Geld in den Markt gekommen“, erklärt sich Hardenberg den Boom. „Ein Teil davon ist in Hotels geflossen.“ Als Käufer treten allerdings nicht mehr in erster Linie andere Hoteliers auf. Vielmehr investieren häufig Industriefamilien in Hotels, ebenso Rechtsanwälte oder Fonds. Letztere haben kürzlich beispielsweise in einem Gesamtpaket 40 Hotels in Griechenland, Malta und der Türkei für knapp 750 Mio. Euro erworben.

Insgesamt beträgt das Transaktionsvolumen aller Immobilienverkäufe bei ASP zwischen 3,8 und 5 Mrd. Euro im Jahr. Dazu trugen im Vorjahr auch Hotelverkäufe in Tirol für etwa 50 Millionen Euro bei. „Auch in Tirol ist nicht mehr die Hotellerie der Hauptkäufer, weil zu viel Eigenkapital dafür nötig ist. Zudem sind die Vorgaben der Banken größer geworden“, sagt Hardenberg.

Für mediales Interesse hat heuer der Verkauf der Schnals­taler Gletscherbahnen an die Schröcksnadel-Gruppe und den Südtiroler Athesia-Konzern gesorgt. Es dürfte nicht der einzige Skigebiets-Deal werden. „Eines der größten Skigebiete der Schweiz kommt auf den Markt, ein richtiger Kracher“, sagt Hardenberg. „Es gibt auch ein Südtiroler Skigebiet, das zum Verkauf steht.“ Auch Tiroler Skigebiete liebäugeln offenbar mit einem Verkauf. Hardenberg: „Wir führen Gespräche mit zwei Nordtiroler Skigebieten, die auf den Markt gehen wollen.“ Dabei handle es sich aber nicht um Gletscherskigebiete, schränkt er ein.

Außerdem kämen heuer noch „hochinteressante Objekte“ in Tirol auf den Markt, etwa Hotels für jeweils 13 bis 15 Millionen Euro. Doch auch kleinere Hotels und andere Objekte stünden heuer zum Verkauf an. Insgesamt dürften laut Hardenberg in der ersten Jahreshälfte insgesamt an die 45 Objekte in Nordtirol angeboten werden, „und zwar in jeder Kategorie“.