Neuer Ortsteil in Reutte steigt wie Phönix aus der Asche
Business-Schule, Design-Hotel, Kino, Gewerbecampus, Wohnungen, Ärztehaus – so sehen die Planer das Linz-Textil-Areal in 15 Jahren.
Von Helmut Mittermayr
Reutte –Die Präsentation hatte etwas beinahe Unwirkliches an sich. In der Wirtschaftskammer Reutte wurden dem Reuttener Gemeinderat die Pläne für die Entwicklung des 150.000 Quadratmeter großen Linz-Textil- und benachbarten EWR-Areals präsentiert. Thomas Oberhofer, Geschäftsführer von Redserve, einer Immobilienentwicklerfirma, die zum ATP-Imperium gehört, stellte das Konzept im gut besuchten Saal vor. Am Ende eines 15-jährigen Weges wird ein neuer „Stadt“-Teil entstanden sein, war sich Oberhofer sicher.
Das gesamte Vorhaben soll privatwirtschaftlich finanziert werden. Um das Riesenprojekt überhaupt in Schwung zu bringen, ist die Linz Textil (LT) bereit, eine größere Initialinvestition mitzutragen. Das erklärten BM Alois Oberer und LT-Vorstand Manfred Kubera, die damit auch die Intention von Dionys Lehner, dem Generaldirektor der Linz Textil Gruppe, weitergaben. Die LT-Gruppe wolle keine Ruinen hinterlassen. Helmut Kraus hatte im Publikum gefragt, ob die Linz Textil möglicherweise nur ihre Gründe bestmöglich weiterbringen wolle und warum sie nicht einfach investiere und weitermache? Kubera: „Reutte ist für uns alles andere als ein Spekulationsobjekt. Wir wollen über ein langes Zeitfenster gesehen etwas Positives hinterlassen.“ Den Standort selbst weiter zu betreiben, sei undenkbar. „Die Textilindustrie in Europa stirbt, die Löhne sind zu hoch“, schilderte Kubera die dramatische Lage.
In drei Wellen soll der neue Ortsteil wie Phönix der Asche entsteigen. Der Bestand ist laut Architekt Oberhofer nicht erhaltenswürdig. Die Fabrikshallen sollen spätestens 2015 abgerissen werden, nur einzelne Gebäude wie die Thyll-Villa erhalten bleiben. In der ersten Phase, die drei Jahre dauern wird, soll unter anderem auch ein Design-Hotel errichtet werden. Oberhofer verwies hier auf beste Kontakte von Redserve zur französischen Louvre Hotel Gruppe, mit der zusammen 26 neue Hotels hochgezogen werden. Überhaupt stellte er klar, dass Redserve nicht nur projektiere, sondern sich neben vielen anderen Aspekten auch um Finanzierung und Investoren kümmere.
Neuer Wohnraum am Lech soll sich – räumlich getrennt – vom hochwertigen Einfamilienhaus bis hin zum sozialen Wohnbau erstrecken. Ein großes Vorhaben ist die Errichtung eines autarken Gewerbecampus, wo alles bis hin zu Mitarbeiterwohnungen integriert sein soll. Auch eine internationale Business-Schule, ein Ärztehaus, Freitzeitattraktionen wie Bowling-Bahnen, Kletterpark oder ein eigenes Reuttener Kino, Pflegeeinrichtungen, ein geriatrisches Zentrum und vieles mehr sind projektiert. In spätestens 15 Jahren soll aus den Reißbrettentwürfen Realität geworden sein.
Bürgermeister Alois Oberer legte Wert auf die Feststellung, dass es Planungsvorgabe war, dass alle Projekte, die am Linz-Textil-Areal angegangen werden, in ihrer Ausrichtung in keiner Konkurrenzsituation zum inneren Markt stehen und höchstens Nahversorgungsfunktionen wahrgenommen werden können.
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