Sport in Tirol

Bewerbung für Rad-WM kommt nicht in die Gänge

Stadt und Land äußern sich verhalten, was die geplante Bewerbung für die Rad-Weltmeisterschaft 2017 oder 2018 in Innsbruck angeht.

Von Max Ischia

Innsbruck –Als sich im Juli des vergangenen Jahres ein­e Tiroler Delegation – standes­gemäß mit dem Rad – ins schweizerische Aigle (Sitz des Radweltverbandes UCI) aufmachte, war die Zuversicht groß. Dem Ansinnen, die Rad-Weltmeisterschaft 2017 oder 2018 nach Innsbruck/Tirol zu holen, wurde u. a. mit offiziellen Schreiben des Landeshauptmanns, des Österreichischen Radsport-Verbandes, des Innsbrucker Tourismusverbandes und der Tirol Werbung Ausdruck verliehen. Auch ein Besuch bei der Rad-WM in Florenz folgte.

Inzwischen scheint die geplante Bewerbung auf der Stelle zu treten. Die ursprünglich veranschlagten Veranstaltungskosten in der Höhe von zwölf Millionen Euro sind laut LHStv. Josef Geisler nicht haltbar. Und für ein finanzielles Abenteuer sei der selbst ernannte Rad-Fan nicht zu haben. Geisler spricht von „20 bis 30 Millionen“ Eur­o und stellt sich nebst der Finanzierung auch andere Fragen: „Was braucht es an zusätzlicher Infrastruktur? Braucht es streckenweise einen neuen Asphalt?“

Auch aus dem Rathaus sind äußerst zurückhaltende Töne zu vernehmen. „2017 sind die Bauarbeiten an der Grassmayr-Kreuzung voll im Gange, parallel dazu der Bau der Straßenbahn (Linie O) und die Kanalbau-Offensive der IKB“, sagt Vize-BM Christoph Kaufmann. Er verschließe sich keineswegs der Bewerbungsidee für spätere Jahre, aber für 2017 bzw. 2018 wolle er nicht sehenden Auges in einen Verkehrs-GAU laufen.

Thomas Pupp, der mit Wolfgang Weiss (Organisator WM 2006 in Salzburg) und Ex-Radprofi Georg Totschnig die Bewerbungsbestrebungen vorantreibt, kann mit derlei Argumentationen wenig anfangen. „Ich bin überzeugt, dass die veranschlagten zwölf Millionen Euro nach wie vor ein realistischer Wert sind“, versichert der Landtagsabgeordnete, verweist auf weltweite Medialisierung (500 Live-TV-Stunden), direkte Wertschöpfung (300.000 Nächtigungen) und eine immense Umwegrentabilität. Pupp weiter: „Die Rad-WM würde den Verkehr in Innsbruck auch nicht zum Erliegen bringen. Unser Plan ist es, dass die Rennen durch weite Teile Tirols führen und in Innsbruck enden.“

Die Zeit drängt. Bis Jul­i müsste die offizielle Bewerbung auf dem UCI-Tisch liegen, schließlich wird die Rad-WM 2017 im Oktober im Rahmen des UCI-Kongresses vergeben. Dieser Tage deutet aber nichts darauf hin, dass noch ausreichend Bewegung in die Sache kommt.