Konflikte

Al-Kaida ist nicht mehr radikal genug

Damaskus – Der Konflikt innerhalb des islamistischen Lagers in Syrien eskaliert weiter: Die Gruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (...

Damaskus –Der Konflikt innerhalb des islamistischen Lagers in Syrien eskaliert weiter: Die Gruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (ISIS) hat sich offiziell von Al-Kaida losgesagt. Begründung: Die Ideologie der Al-Kaida sei nicht radikal genug.

In einer Audio-Botschaft, die einem ISIS-Anführer zugeschrieben wird, heißt es unter anderem: Die Al-Kaida-Führung habe sich von den Grundsätzen des Jihad entfernt und die „Gotteskrieger“ gespalten. Sie habe sich vom Ziel der Schaffung eines Kalifats verabschiedet und spreche jetzt sogar von der Möglichkeit, mit Christen zusammenzuleben. „Bitterkeit erfüllt unser Herz“, bilanziert der Sprecher.

Der Erklärung vorausgegangen ist ein monatelanger Machtkampf zwischen verschiedenen islamistischen Gruppen um Territorien, Ressourcen und Einfluss im Iran und in Syrien. ISIS soll dabei mehrfach Positionen von anderen Gruppen angegriffen haben.

Erst vor wenigen Tagen sollen ISIS-Leute das Haus eines Anführers der islamistischen Al-Nusra-Front in Syrien gestürmt und den Anführer samt Ehefrau und Tochter hingerichtet haben. Die Al-Nusra-Front ist mit Al-Kaida verbunden und war bis zum Erstarken von ISIS die führende islamistische Gruppe in Syrien.

ISIS hat auch über Teile des Westirak die Kontrolle übernommen. Erst vor wenigen Tagen eroberte die Gruppe einen Euphrat-Staudamm und setzt jetzt Wasser als Waffe ein. Berichten zufolge schloss sie die meisten Schleusen, wodurch einige Gebiete überschwemmt werden und andere kaum noch Wasser erhalten. (TT, dpa, APA)