Ukraine-Krise - Premier Jazenjuk verurteilt anti-jüdische Flugblätter

Washington/Kiew/Moskau (APA/AFP) - Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk hat die Verteilung anti-jüdischer Flugblätter durch pro...

Washington/Kiew/Moskau (APA/AFP) - Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk hat die Verteilung anti-jüdischer Flugblätter durch pro-russische Aktivisten im Osten der Ukraine scharf verurteilt. Jazenjuk sagte in einem Interview mit dem US-Fernsehsender NBC, das am Sonntag gesendet werden sollte, er werde die ukrainischen Sicherheitsdienste drängen, „diese Dreckskerle“ umgehend zu finden und vor Gericht zu bringen.

Der Vorfall hatte sich am Dienstag vor einer Synagoge in der ostukrainischen Stadt Donezk ereignet. Laut israelischen und amerikanischen Medienberichten verteilten drei maskierte Männer die Flugblätter vor der Synagoge, als die Gläubigen gerade einen Gottesdienst zur Feier des Pessach-Festes verließen. In den Flugblättern mit dem Symbol der selbst erklärten separatistischen Republik Donezk und der russischen Flagge wurden die Juden aufgerufen, sich bei den Behörden der selbst ernannten Republik registrieren zu lassen. Andernfalls würden sie deportiert und ihr Besitz konfisziert.

US-Außenminister John Kerry hatte bereits am Donnerstag nach dem Krisentreffen zur Ukraine in Genf den Vorfall scharf verurteilt. Auch US-Präsident Barack Obama äußerte sich angewidert. Donezk ist wie mehrere weitere Städte im Osten der Ukraine praktisch unter der Kontrolle pro-russischer Milizen. Kiew und der Westen werfen Russland vor, den Aufstand mit Sondereinsatzkräften zu unterstützen und zu lenken, um so wie auf der ukrainischen Halbinsel Krim die Annexion des Gebiets vorzubereiten.

Russland und die pro-russischen Kräfte in der Ukraine werfen Jazenjuk vor, mit „faschistischen“ Gruppen zu paktieren. Tatsächlich sind die rechtsradikale paramilitärische Gruppe Prawy Sektor und die ultranationalistische Swoboda-Partei an der Übergangsregierung in Kiew beteiligt. Swoboda-Politiker waren in der Vergangenheit wiederholt mit antisemitischen Parolen aufgefallen. Jüdische Gruppen haben sich aber auch besorgt über die militanten pro-russischen Gruppen geäußert.