Royals

Mit 88 fest im Sattel: Die Queen feiert Geburtstag

Andere sind in ihrem Alter seit über 20 Jahren in Rente. Die Queen dagegen absolviert lächelnd Staatsbesuche und schwingt sich zwischendurch auch mal aufs Pferd. Jetzt wird Königin Elizabeth 88 Jahre alt.

Von Teresa Dapp, dpa

London – Es gibt weltweit nur einen regierenden Monarchen, der älter ist als die Königin von England. König Abdullah von Saudi-Arabien wird im Sommer 90 Jahre alt. Gleich dahinter rangiert Elizabeth II., die am Montag (21. April) ihren 88. Geburtstag begeht. Während Abdullah seit nicht mal neun Jahren König ist, werden es bei der Queen dann 62 Jahre, zwei Monate und 15 Tage sein.

Die Queen verbrachte den sonnigen Frühlingstag auf Schloss Windsor vor den Toren Londons in privatem Kreis, hieß es im Buckingham Palace. Über Gäste oder Geschenke gab es keine Informationen. „Es ist nichts offizielles vorgesehen“, hieß es aus dem Palast. Salutschüsse aus Kanonen in London dürften also alles sein, was die Öffentlichkeit mitbekommt. Offiziell begangen wird der Geburtstag ohnehin erst im Sommer, das hat Tradition. Zur spektakulären Parade „Trooping the Colour“, dieses Jahr am 14. Juni, soll schließlich die Sonne scheinen.

Zur Feier der doppelten Acht erfreut sich die Queen bester Gesundheit. Erst vor einigen Tagen entdeckten Fotografen sie mal wieder hoch zu Ross: Auf ihrem schwarzen Fell-Pony Carltonlima Emma genoss sie das milde Frühlingswetter in den Parks um Windsor Castle - den Kopf in ein buntes Seidentuch gehüllt, in der Hand eine Gerte. Die Königin liebte das Reiten schon als Achtjährige.

Ob sie sich vielleicht zu viel zumute, hatten Beobachter in letzter Zeit immer wieder gefragt. Der Terminkalender ist voll: Anfang des Monats reiste Elizabeth mit Gemahl Prinz Philip erstmals seit fast drei Jahren wieder ins Ausland und besuchte Papst Franziskus im Vatikan. Ein paar Tage später dinierte sie schlagzeilenträchtig mit einem ehemaligen IRA-Führungskader auf Schloss Windsor. Im Juni reist das Paar nach Frankreich, um der Landung der Alliierten in der Normandie vor 70 Jahren zu gedenken. All das scheint die Königin kaum zu belasten, ihr Lächeln in die Fernsehkameras wirkt gelöst.

Weichen auf Generationswechsel werden langsam gestellt

Ein wenig kürzer tritt Elizabeth aber doch. Im Januar gab der Palast bekannt, dass Sohn Charles (65) und die Enkel William (31) und Harry (29) der Monarchin künftig mehr Arbeit abnehmen sollen. Langsam, ganz langsam, stellt die Königin die Weichen für den Generationenwechsel. Prinz Charles, Rekordhalter als am längsten wartender Thronerbe der Geschichte, stünde bereit - auch wenn er angeblich nicht allzu ungeduldig darauf wartet, Hobbys und Herzensanliegen den königlichen Pflichten unterzuordnen.

Im Mai werden der Thronfolger und seine Frau Camilla (66) nach Kanada reisen, William und dessen Frau Kate (32) sind gerade am anderen Ende des Commonwealth in Australien unterwegs. Die Besuche sind wichtig als Werbung für das Königshaus, denn hier wie dort würden Republikaner gerne die Queen als Staatsoberhaupt loswerden.

Selbst Schotten wollen Queen behalten

Doch eigentlich muss sich die Königin über ihre Popularität keine Sorgen machen. Die Geburt ihres Urenkels Prince George im vergangenen Sommer bedeutete zusätzlich Rückenwind für die Royals. Auch die Schotten, die sich im September per Referendum vom Königreich lossagen könnten, halten zum Commonwealth. Zu den am häufigsten gestellten Fragen im Zusammenhang mit der Unabhängigkeitskampagne gehört: „Dürfen wir die Queen behalten?“

(Teresa Dapp arbeitet für die Nachrichtenagentur dpa)