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Ausländische Investoren sehen für Ukraine schwarz

Wien/Kiew (APA) - Die schweren Unruhen in der Ukraine haben den dort tätigen ausländischen Investoren einen gehörigen Schrecken eingejagt. J...

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Wien/Kiew (APA) - Die schweren Unruhen in der Ukraine haben den dort tätigen ausländischen Investoren einen gehörigen Schrecken eingejagt. Jedes fünfte ausländische Unternehmen in der Ukraine will seine Niederlassung in dem Land reduzieren - das geht aus einer Befragung hervor, die die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB) unter 400 Entscheidungsträgern von Mittel-Osteuropa-Headquarters mit Sitz in Wien gemacht hat.

Auch für Russland, den zweiten Hauptakteur in der Ukraine-Krise, erwarten die Investoren für die nächsten zwölf Monate nichts Gutes. Mit dem aktuellen Geschäftsverlauf in Russland sind sie aber zufrieden - Russland wird neben Polen und Tschechien immer noch als einer der attraktivsten Märkte Mittel-Osteuropas gesehen. Anders als in der Ukraine, wo die Direktinvestoren ihr Engagement in Zukunft reduzieren wollen, soll in Russland die Präsenz trotz der schwierigen Lage etwas verstärkt werden. Laut der im April durchgeführten Befragung stehen 13 Prozent der Niederlassungen in Russland vor einem Ausbau und nur 5 Prozent vor einer Verkleinerung.

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Der „OeKB Geschäftsklima-Index MOE“ für die Ukraine hat im April im Vergleich zum Jahresbeginn 13,8 Punkte verloren und weist mit 61,3 Punkten den niedrigsten Wert unter den 21 beobachteten Ländern auf. In keinem anderen Land in Mittel-Osteuropa hat sich das Geschäftsklima so stark abgekühlt.

Fast die Hälfte der Unternehmen beurteilt die aktuelle Geschäftslage in der Ukraine negativ, der Teil-Index der Geschäftserwartungen für die nächsten Quartale hat sich um 17,3 Punkte auf 59,5 verschlechtert, den niedrigsten Wert seit dem Krisenjahr 2009. 60 Prozent der Marktexperten erwarten, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung des Landes weiter verschlechtern wird. Nur für 4 Prozent der Niederlassungen sind Erweiterungsinvestitionen in den nächsten zwölf Monaten geplant, ein Fünftel der Unternehmen an Ort und Stelle soll reduziert werden. Besonders drastisch ist die Situation bei den Banken - für 36 Prozent der Bankentöchter ist ein Abbau vorgesehen.

Für die Region Mittel-Osteuropa (MOE) insgesamt bleibt die Stimmung der Direktinvestoren trotz der Ukraine-Krise positiv. Der OeKB Geschäftsklima-Index MOE ist im April für die Gesamtregion um 1,5 Punkte auf einen Wert von 83,7 gesunken. Das beste Geschäftsklima herrscht in Polen und Tschechien, gefolgt von der Slowakei und Rumänien. Für die beiden krisengeschüttelten Länder Slowenien und Ungarn haben sich die Bewertungen der Direktinvestoren im April verbessert, wobei es sowohl hinsichtlich der aktuellen Geschäftslage eine höhere Zufriedenheit gibt, als auch die Geschäftsperspektiven für das kommende Halbjahr positiver gesehen werden.

~ WEB http://www.oekb.at ~ APA156 2014-05-07/10:43


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