Zweite Chance mit Secondhand

Der Sozialverein Wams beschäftigt seit Anfang Mai 100 Menschen – Rekord.

Innsbruck –Eine neue Chance, endlich wieder ein Sinn im Leben, dazu eine Verbesserung der Lebensqualität und Selbstwertgefühl, so was wie Stolz. Wer mit den Menschen, die derzeit im Sozialverein Wams beschäftigt sind, spricht, hört solche Sätze oft. In Zeiten von steigender Arbeitslosigkeit gewinnt der so genannte zweite Arbeitsmarkt immer mehr an Bedeutung. Deshalb war die Freude umso größer, dass Wams jetzt seinen 100. Mitarbeiter eingestellt hat.

In fünf sozialökonomischen Betrieben werden Menschen aufgenommen, die am Arbeitsmarkt besonders benachteiligt sind: vor allem Langzeitarbeitslose und ältere Arbeitnehmer. „Selbstbestätigung, Wertschätzung, Sicherheit und Halt. Das bedeutet Arbeit für diese Menschen“, sagt Wams-Chefin Andrea Romen, die den Beschäftigungsstand von 73 Mitarbeitern (2009) auf 112 bis Ende 2014 steigern will. Und das alles bei einem gleichbleibenden Förderungsvolumen durch AMS und Land. Wie man das geschafft hat? „Die zweite Chance gibt es mit Secondhand.“ Die Sammlung von Gebrauchtwaren stellt seit Jahren eine Säule für die Einrichtung dar. Dabei ist die Unterstützung durch die Bevölkerung, die Spenden abgeben und als Kunden in die Länden kommen, ungebrochen groß.

Im Herbst soll ein weiterer Standort im Bezirk Schwaz dazukommen. Das AMS, neben Land Tirol der wichtigste Partner, teilt dann auch dort die Mitarbeiter zu. AMS-Chef Anton Kern: „Ohne aktives Gegensteuern droht diesen Menschen ein dauerhafter Ausschluss aus dem Beschäftigungsfeld.“ Insgesamt seien im Vorjahr in Tirol in diversen Einrichtungen am zweiten Arbeitsmarkt 855 Menschen beschäftigt gewesen. Für heuer erwartet man eine neuerliche Steigerung.

Landesrat Johannes Tratter strich vor den 100 Mitarbeitern, die zur Feier vor dem Wams-Laden gekommen waren, die „Wichtigkeit der Transitarbeitsplätze als Brücke“ zum regulären Arbeitsmarkt hervor.

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Was AMS-Chef Kern besonders freut. Die Arbeit in den Betrieben ist nachhaltig. Denn: rund 60 Prozent der Mitarbeiter bekommen nach ihrer Tätigkeit am zweiten Arbeitsmarkt einen Job. Nach rund einem halben Jahr sind 44 Prozent noch immer dort tätig. (mw)


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