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EU-Kommissarin will Produktion von Fischfarmen verdoppeln

Brüssel (APA/AFP) - Die bei Umweltschützern umstrittene Fischzucht in Aquakulturen soll in der Europäischen Union massiv gefördert werden. E...

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Brüssel (APA/AFP) - Die bei Umweltschützern umstrittene Fischzucht in Aquakulturen soll in der Europäischen Union massiv gefördert werden. EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki will „bis zu fast eine Milliarde Euro“ Subventionen zusätzlich für die Branche locker machen, wie sie im AFP-Gespräch in Brüssel sagte. Die Summe käme zu den im EU-Fischereifonds bereits dafür vorgesehenen 700 Mio. Euro hinzu.

Ziel ist nach Damanakis Worten eine Verdopplung der Zucht bis 2020. Bisher hinke Europa hinterher. Trotz einer stark gestiegenen Nachfrage nach Meeresprodukten „hat die europäische Produktion in den letzten Jahren stagniert“, sagte die griechische EU-Kommissarin. Als Gründe nannte sie „zu viel Bürokratie und einen Mangel an Förderung und von verfügbaren Plätzen“.

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Nur rund ein Drittel des in Europa verzehrten Fisches stammt aus europäischer Fischerei, und davon nach Angaben der EU wiederum nur etwa zehn Prozent aus Aquakulturen. Spitzenreiter sind Großbritannien, Frankreich und Griechenland. Grundsätzlich seien die künstlichen Fischgründe „eine Alternative zur Überfischung“, die den Bestand ganzer Arten bedrohe, sagte Damanaki.

Kritiker der Aquakultur wie Greenpeace machen geltend, dass Shrimps-Zuchten in Asien das Grundwasser durch Antibiotika verunreinigen. Auch die Überfischung werde vorangetrieben, weil zum Beispiel der Lachs - ein typischer Zuchtfisch - selbst Fischfresser ist.

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Damanaki will weder Umwelt- noch Gesundheitsstandards opfern, um den heimischen Sektor auszubauen. Sie verweist auf andere Möglichkeiten. So gebe es etwa französische und schottische Forschungen, den Anteil von Fischen im Futter von Zuchtlachsen zu verkleinern, sagte sie.

(AFP-Interview)


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