oekostrom AG 2013 mit kräftigen Zuwächsen bei Gewinn und Kunden
Wien (APA) - Der alternative Energieanbieter oekostrom AG ist im Vorjahr kräftig gewachsen. Gewinn und Kundenzahl haben - nicht zuletzt wege...
Wien (APA) - Der alternative Energieanbieter oekostrom AG ist im Vorjahr kräftig gewachsen. Gewinn und Kundenzahl haben - nicht zuletzt wegen der Aktionen mit dem Diskonter Hofer - neue Rekordwerte erreicht. Die VKI-Aktion sieht der Vorstand als Wettbewerbsbelebung. Netto habe oekostrom AG dadurch keine Kunden verloren. Heuer will man weiter wachsen und auch das zweite Standbein Erzeugung stärken.
Die Zahl der oekostrom-AG-Kunden (Zählpunkte) stieg 2013 auf rund 27.000. Damit hat sich die Kundenzahl gegenüber 2012 um 77 Prozent erhöht und gegenüber 2011 mit einem Plus von 140 Prozent mehr als verdoppelt. Über die - limitierten - Hofer-Aktionen kamen 8.100 Kunden. Heuer will man die Kundenzahl auf 35.000 steigern, erklärten die beiden Vorstände Horst Ebner und Lukas Stühlinger heute, Donnerstag, bei der Bilanzpressekonferenz. Im zweiten Halbjahr ist wieder eine Aktion geplant.
Neben Kundenbindungsprogrammen werde man auch „preisseitig etwas machen“, so Ebner. Zu Jahresbeginn wurde der reine Energiepreis für das (billigere) Basic-Produkt um 8 Prozent auf netto 6,89 Cent je Kilowattstunde (kWh) gesenkt. Bei der zweiten Aktion mit Hofer im Herbst vergangenen Jahres betrug der Preis 6,21 Cent/kWh. Ebner betonte, dass die Kunden zu 100 Prozent mit Ökostrom aus Österreich versorgt werden.
Die verkaufte Strommenge der oekostrom AG an Endkunden lag 2013 mit 128,4 Gigawattstunden (GWh) leicht um 1,2 Prozent unter Vorjahr. Im Stromhandel gab es ein Minus von 14,2 Prozent auf rund 170 GWh, sodass sich insgesamt ein Minus von 9,1 Prozent auf 298,3 verkaufte GWh ergibt.
Die Stromerzeugung stieg um 12 Prozent auf 62,2 GWh. Neben dem guten Windjahr war dafür auch das erste vollständige Betriebsjahr des Windparks Kittsee verantwortlich. Die oekostrom AG hat derzeit 21 Anlagen. Die Stromerzeugung soll weiter ausgebaut werden. Langfristig sei bei der Erzeugung ein Gleichgewicht zur Versorgung der Kunden geplant, so Stühlinger.
Das Betriebsergebnis (EBIT; Ergebnis vor Zinsen und Steuern) stieg 2013 um 21 Prozent auf 1,4 Mio. Euro, der Jahresüberschuss um 93,2 Prozent auf 763.000 Euro. Der Bilanzverlust verringerte sich auf 2,8 Mio. Euro, nach minus 6,0 Mio. Euro. Der Umsatz sank um 2,5 Prozent auf rund 36 Mio. Euro. Der Verlustvortrag von 2012 wird im Geschäftsbericht 2013 mit stabil 6 Mio. Euro ausgewiesen. Bei einem Anhalten des Trends könnte dieser in vier bis fünf Jahren abgebaut werden. Ziel sei es, dividendenfähig zu werden, so der Vorstand.
Die oekostrom AG ist im Besitz von rund 2.000 Aktionären, gehandelt wird die Aktie auf einer eigenen Handelsplattform. Ein Gang an die Börse werde in „naher Zukunft“ nicht erfolgen, sei aber grundsätzlich nicht ausgeschlossen. Aktuell sei man nicht groß genug, und auch die Kosten seien zu hoch, hieß es heute.
Die oekostrom AG wurde vor 15 Jahren gegründet. Seither sei man von einem Nischenanbieter hin zu einem massentauglichen Produkt gekommen, so Ebner. In diesen 15 Jahren habe die oekostrom AG 2.458 GWh Strom verkauft, 456 GWh Strom in eigenen Anlagen erzeugt und 1 Million Tonnen CO2 eingespart.
Den derzeit in Begutachtung befindlichen Entwurf zum Energieeffizienzgesetz mit entsprechenden Verpflichtungen und auch Sanktionierungen bei Energieversorgern begrüße die oekostrom AG, so Stühlinger. Die Erneuerbaren-Förderung sei komplementär zu Energieeffizienz-Maßnahmen zu sehen.
Kommentare