Malis Regierungschef erklärt Extremisten nach Geiselnahme „Krieg“

Bamako (APA/AFP) - Angesichts der Massengeiselnahme in der Stadt Kidal im Nordosten Malis rüstet sich die Armee des Landes für einen Einsatz...

Bamako (APA/AFP) - Angesichts der Massengeiselnahme in der Stadt Kidal im Nordosten Malis rüstet sich die Armee des Landes für einen Einsatz gegen die Extremisten in der Region. Das Militär bereite sich „auf alle Eventualitäten“ vor, sagte Regierungschef Moussa Mara am Sonntag nach einer Reise in die Krisenregion im malischen Fernsehen. Es sei mit „geeigneten Reaktionen“ auf die Taten der Extremisten zu rechnen.

Bereits zuvor sagte Mara während eines Aufenthalts in der nordöstlichen Stadt Gao der Nachrichtenagentur AFP, „die Terroristen“ hätten „Mali den Krieg erklärt“. Deswegen befinde sich das Land nun „im Krieg“. „Wir werden alle Mittel aufbringen, um diesen Krieg zu führen“, sagte Mara. Staatschef Ibrahim Boubacar Keïta will sich am Montag an das Volk wenden.

Bei schweren Gefechten zwischen der malischen Armee und aufständischen Tuareg waren im Nordosten Malis am Samstag nach Regierungsangaben 36 Menschen getötet worden, darunter acht Soldaten. Bei den Kämpfen wurden laut Verteidigungsministerium zudem 25 Soldaten und 62 Aufständische verletzt.

Zudem nahm die Extremistengruppe Nationale Befreiungsbewegung von Azawad (MNLA) der Tuareg demnach in Kidal etwa 30 Behördenvertreter als Geiseln. Am Sonntag teilte die UN-Blauhelmmission Minusma in dem westafrikanischen Land mit, in Kidal seien zwei Zivilisten und acht Behördenvertreter getötet worden.

Die Auseinandersetzungen fanden während des Besuchs Maras in der Region statt. Er besuchte am Freitag Timbuktu, am Samstag Kidal und am Sonntag Gao. Nach eigenen Angaben brachte die Armee in Kidal alle besetzten Gebäude außer dem Gouverneurssitz, wo die MNLA-Rebellen die Geiseln festhielten, wieder unter Kontrolle.