Mammografie-Programm 2 - Zuweisungen und Befundübermittlung?

Wien (APA) - Für den Gynäkologen Peter Husslein ließe sich die Problematik einfach lösen: „Ich schicke meine Patientinnen mit einer Zuweisun...

Wien (APA) - Für den Gynäkologen Peter Husslein ließe sich die Problematik einfach lösen: „Ich schicke meine Patientinnen mit einer Zuweisung und der E-Card zum Radiologen und erhalte dann automatisch den Befund zurück. Die E-Card kann für diese Vorsorgeuntersuchungen dann durchaus zwei Jahre lang gesperrt sein. Das ist genauso, wie das jetzt 25 Jahre lang geschehen ist.“

Um den Befundaustausch bei den Frauen, welche ohne Zuweisung von einem Vertrauensarzt zur Früherkennungs-Mammogfrafie gehen, könne sich die geplante Clearingstelle in Zukunft kümmern. Radiologen-Bundesfachgruppenobmann Franz Frühwald meinte dazu: „Das ist natürlich auch ein praktikabler und durch die Freischaltung der E-Card jetzt wieder möglicher Lösungsansatz, aber viele Gynäkologen und Hausärzte wollen alle Mammografie-Befunde der Frauen erhalten, die sie als Vertrauensärzte angegeben haben, auch wenn diese ohne Überweisung am Brustkrebs-Früherkennungsprogramm teilgenommen haben. Und auch dafür wollen wir eine datenschutzrechtlich saubere Lösung im Sinne der angesprochenen Clearingstelle ehestmöglich in Betrieb nehmen, um die betreuenden Ärzte der Frauen bestmöglich durch unkomplizierte Zustellung der Befunde zu unterstützen.“

Die in den vergangenen Monaten schlechte Beteiligung an dem Mammografieprogramm soll mit 1. Juli deutlich geändert werden. Grundsätzlich wird es weiterhin Einladungen an die Frauen zwischen 45 und 69 Jahre geben. Jene, die nicht warten wollen, können sich aber selbstständig einen Termin beim Radiologen vereinbaren oder sollen vom Vertrauensarzt die entsprechende Empfehlung bekommen. Die E-Card gilt als „Schlüssel“ für die Teilnahme. Erfolgt die Vorsorge-Mammografie, wird die Karte für diese Untersuchung für zwei Jahre gesperrt. Dann beginnt das Zwei-Jahres-Rad für die Einladungen zu laufen.“

Weiterhin werden Frauen im Alter ab 40 Jahren eine Opt-in-Möglichkeit für das Programm haben. Diese Möglichkeit soll auch für Frauen im Alter über 70 Jahren geschaffen werden. Unverändert bleibt jederzeit die Möglichkeit für eine „kurative“ Mammografie nach einer Indikationsliste, zum Beispiel bei Verdachtsmomenten auf ein Mammakarzinom. Bei einer Pressekonferenz vor zwei Wochen wurde davon gesprochen, dass die Teilnahmeraten langsam ansteigen. Bis zur 17. Kalenderwoche waren sie allerdings bei nur rund zehn Prozent gelegen.

Für den Gynäkologen Husslein wären die Diskussionen rund um das Mammografie-Früherkennungsprogramm allerdings bei entsprechend praxisnaher Planung von Anfang verhinderbar gewesen. So erklärte er: „Und alle diese Probleme hätte man nicht im Vorfeld schon lösen können? Der Wunsch des Vertrauensarztes nach Befundübermittlung, die Datenschutzproblematik und die Haftungsfrage - das sind alles Aspekte, die nicht aus dem Nichts jetzt erst im Mai 2014 hochgekommen sind.“ Es handle sich um kein Ruhmesblatt.