Deutscher Bundesbank-Chef - Nicht einseitig auf Eurokurs fokussieren

Frankfurt (APA/Reuters) - Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, warnt vor einer einseitigen Fokussierung der Geldpolitik au...

Frankfurt (APA/Reuters) - Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, warnt vor einer einseitigen Fokussierung der Geldpolitik auf den gestiegen Euro. Zwar müsse die Europäische Zentralbank (EZB) den Wechselkurs der Gemeinschaftswährung angesichts der andauernden Phase sehr niedriger Inflation derzeit stärker in den Blick nehmen als üblich.

Dem die Teuerung dämpfenden Effekt einer Währungsaufwertung stehe jedoch ein positiver Wachstumseffekt durch günstigere Finanzierungsbedingungen gegenüber, sagte Weidmann am Montag in Frankfurt. „Es wäre also kurzsichtig, nur einseitig die Wechselkursentwicklung in den Blick zu nehmen und die stimulierenden Effekte der sinkenden Staatsanleihe-Renditen außen vor zu lassen.“

Die EZB war zuletzt von zahlreichen Seiten, unter anderem aus Frankreich, dazu aufgefordert worden, aktiver gegen den Euro-Anstieg vorzugehen. Dieser hatte sich zuletzt bis auf fast 1,40 Dollar verteuert. Ein starker Euro drückt die Importpreise, was wiederum das Preisniveau insgesamt unter Druck bringt. Dies kommt der EZB angesichts der niedrigen Teuerung derzeit überhaupt nicht gelegen. An den Finanzmärkten wird deshalb aktuell darauf spekuliert, dass die EZB Anfang Juni nochmals die Zinsen senkt, um den Euro gezielt zu schwächen.

~ WEB http://www.ecb.int

http://www.bundesbank.de ~ APA078 2014-05-19/09:13