Greenpeace

Giftige Chemie in Produkten von Adidas, Nike und Puma

Das Tragen der Kleidungsstücke oder Schuhe schädige zwar nicht unmittelbar die Gesundheit, hieß es. Die Chemikalien von Produkten und Fabriken landeten aber in Umwelt und Nahrungskette in den Herstellungsländern, kritisierte Greenpeace.

Hamburg – Fußballschuhe und Torwarthandschuhe der Markenartikel-Hersteller Adidas, Nike und Puma enthalten einer Untersuchung der Umweltschutzorganisation Greenpeace zufolge giftige Chemikalien. Unabhängige Labore hätten in Proben aller Marken Schadstoffe wie perfluorierte Chemikalien (PFC), Nonylphenolethoxylate (NPE), Phthalate und Dimethylformamid (DMF) gefunden, teilte Greenpeace am Montag mit.

Einige dieser Stoffe störten das Hormonsystem, schädigten die Fruchtbarkeit oder könnten das Tumorwachstum fördern. Das Tragen der Kleidungsstücke oder Schuhe schädige zwar nicht unmittelbar die Gesundheit, hieß es. Die Chemikalien von Produkten und Fabriken landeten aber in Umwelt und Nahrungskette in den Herstellungsländern, kritisierte Greenpeace.

„Detox“-Kampagne

Schuhe und Handschuhe von Adidas hätten besonders schlecht abgeschnitten, teilte die Umweltschutzorganisation mit. Adidas erwarte Rekordumsätze von zwei Milliarden Euro mit Produkten für die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien, sage den Fans aber nicht, dass mit der Herstellung Gewässer in den Produktionsländern vergiftet würden, erklärte Chemie-Experte Manfred Santen von Greenpeace. „Es ist Zeit für eine Rote Karte für Adidas - die Firma muss jetzt handeln“, verlangte er.

Greenpeace versucht seit 2011 mit seiner sogenannten „Detox“-Kampagne, Firmen dazu zu bringen, bis 2020 Kleidung und Schuhe giftfrei zu produzieren. Auch die Sportartikel-Hersteller Adidas, Nike und Puma haben sich dazu bereit erklärt. Greenpeace kritisiert aber, die Firmen versteckten sich hinter „Papierversprechen“ des Branchenverbandes.

Firmen wie H&M oder Mango dagegen hätten mit der Entgiftung ihrer Produktion begonnen. Santen forderte Adidas und Nike „im Namen der Fans und der betroffenen Menschen“ auf, einen Ausstiegsplan aus der Produktion mit PFC festzulegen sowie alle gefährlichen Chemikalien offenzulegen. (APA/AFP)

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