1914/2014 - Kaiser im O-Ton: Mediathek zeigt Krieg in Wort und Bild

Wien (APA) - Eine Budgetrede aus dem Parlament im Jahr 1905, Filmaufnahmen von Geschützen oder die Wochenschau nach dem Attentat auf den Thr...

Wien (APA) - Eine Budgetrede aus dem Parlament im Jahr 1905, Filmaufnahmen von Geschützen oder die Wochenschau nach dem Attentat auf den Thronfolger des Habsburgerreiches Franz Ferdinand: Die Österreichische Mediathek präsentiert ab sofort historische Bild-, Ton- und Filmdokumente zum Ersten Weltkrieg online. Das erste Kapitel ist bereits abrufbar, weitere sollen im chronologischen Verlauf folgen.

In der ersten Ausgabe widmet sich die Mediathek in vier Schwerpunkten der Zeit kurz vor Ausbruch des Krieges. In der „Weltlage 1914“ kann man sich von Bündnissystemen - und den dazugehörigen Hymnen als Tondokumenten - über den Imperialismus und die Rüstungsindustrie als Kriegstreiber bis hin zur „Zeit der Krisen“ klicken, wo unter anderem Szenen aus den Balkankriegen 1912/13 als Videoclips zur Verfügung stehen.

Kurze Texte, Bildmaterial und weiterführende Links begleiten die Dokumente auch im zweiten Themenblock „Österreich-Ungarn 1914“. Hier steht vor allem die Dynastie und Regierung der Habsburger im Fokus - nachhören lässt sich beispielsweise, wie Kaiser Franz-Joseph I. im Original klang. Einblicke gibt es aber auch in das wirtschaftliche und soziale Leben, die Arbeit der Parteien, den schwelenden Völkerkonflikt und das Leben in der k.u.k.-Armee.

Den größeren Kontext des Lebens in dieser Schwellenepoche gibt es unter „Zeit im Umbruch“. Philosophie, Kunst, Musik und Literatur von Puccini bis Schnitzler gibt es nicht nur zum originalen Nachhören, sondern auch in der Nachbetrachtung späterer Generationen. So kann man hier etwa auch einem Vortrag des Kunsthistorikers Manfred Wagner zum „Jugendstil als Zukunftsvision“ aus dem Jahr 1985 lauschen.

Das vorerst letzte Kapitel widmet sich jenen Schüssen, die das schon lange brodelnde Geflecht Europa endgültig zum Krieg trieben: Das Attentat von Sarajevo ist nicht nur in Zeitungsartikeln, sondern auch in der Wochenschau nach dem Attentat dokumentiert. Einen eigenen Schwerpunkt widmet man hier den Erinnerungen an den Mord an Thronfolger Franz-Ferdinand und seiner Gattin Sophie Chotek - sowohl Augenzeugen als auch Schriftsteller kommen zu Wort.

Der Großteil der historischen Bild-, Video- und Tondokumente stammt aus dem Archiv der Österreichischen Mediathek. Die weiteren Ausgaben sollen - den Ereignissen der Kriegsjahre folgend - in loser Folge bis 2018 hinzugefügt werden und danach als dauerhafte Web-Chronik online zur Verfügung stehen.

(S E R V I C E - www.mediathek.at/erster-weltkrieg)