Landespolitik

Stams legt seinen Bürgern Glasfaser direkt ins Haus

Die Gemeinde baut eine eigene Datenautobahn von Mötz nach Stams, sucht einen Betreiber und will pro Anschluss mitverdienen.

Von Alexander Paschinger

Stams –Es sei durchaus schneller geworden, beschreibt der Stamser Bürgermeister Franz Gallop die Veränderungen in der Internetgeschwindigkeit. Aber noch werden die letzten Meter mit Kupferdrähten überwunden. Im Herbst des Vorjahres wurde das noch als großer Schritt gefeiert, weil zu diesem Zeitpunkt Stams über „Kupfer“ von Silz aus versorgt wurde. Doch ganz zufrieden waren Gallop und sein Gemeinderat nicht. Vor allem auch deshalb, weil man an einen Anbieter gebunden war.

„Wir bauen jetzt unsere eigene Datenautobahn“, erklärt der Dorfchef im Gespräch mit der TT. Das Ziel: Jeder Haushalt soll an eine leistungsstarke 16-Mbit-Leitung zu einem möglichst niedrigen Preis angeschlossen sein. „Wir sind schon in Gesprächen mit Anbietern“, so Gallop. Ende Juli soll das Netz zur Verfügung stehen. Der Gemeinderat gab dazu jedenfalls einstimmig grünes Licht. Schon 2013 wurden 30.000 Euro in die Hand genommen, heuer werden noch einmal 100.000 Euro investiert.

Kernpunkt des Projektes sei die Ableitung eines Glasfaserkabels von Mötz aus. „Dort schließen wir an das Kabel der Asfinag an“, erklärt Gallop. Dann gehe es weiter nach Stams in den Keller der Gemeinde. Vom dortigen Verteilerkasten aus könne dann „jedes Haus mit Glasfaser versorgt werden“, erklärt Gallop den schnellstmöglichen Internetanschluss. Übrigens schließe sich auch Mötz diesem System an, wie der Stamser Bürgermeister erklärt.

In den nächsten Wochen soll feststehen, wer für die privaten Haushalte, Betriebe und auch Schulen – Stams hat mit Schülern, Studenten und Lehrern doppelt so viele Einwohner wie im Hauptwohnsitz Gemeldete – das Internet anbieten wird. Genau diese Kombination aus Privaten, Unternehmen und Schulen mache das Projekt für Stams so interessant.

Beschlossen ist, dass auch die Gemeinde daran verdienen will. „Die genaue Höhe steht noch nicht fest“, betont Gallop. Vorstellbar sei aber, dass rund ein Drittel der Anschlusskosten und Gebühren in die Gemeindekasse fließen wird. „In zehn, 15 Jahren haben wir damit die Investition sicher drinnen“, ist der Gemeindechef überzeugt.

Seit gut zwei Jahren beschäftigt sich die Gemeinde mit schnellem Internet. Was Gallop im Nachhinein am meisten reut: „Dass wir damals, als wir vor zehn, zwölf Jahren das Fernwärmenetz ausbauten, nicht gleich Glasfaser verlegten.“

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