Tirol

Nach Überfall auf Geldtransporter in Innsbruck die Nerven verloren

Die Täter steuerten den Caddy samt Fahrer in die etwas abgelegene und ruhige Uferstaße, stellten den Wagen dort ab und flüchteten.
© Zoom-Tirol

Schon am Samstag stellten sich zwei einheimische Männer, die am versuchten Raubüberfall auf einen Geldtransporter beteiligt gewesen sein sollen. Die Polizei hielt die Info zurück: Der Vater der beiden ist noch auf der Flucht.

Von Marco Witting

Innsbruck – Samstag, kurz nach Mitternacht. Ein 28-jähriger Innsbrucker stellt sich bei der Polizei, gibt an, am versuchten Raub auf einen Geldtransporter am Donnerstag beteiligt gewesen zu sein. Ein paar Stunden später stellt sich der 30-jährige Bruder – der Fahrer des Fluchtfahrzeuges. Doch die Polizei hält den Fahndungserfolg bis gestern geheim. Denn der 59-jährige Vater, der ebenfalls beteiligt gewesen sein soll, ist weiterhin flüchtig.

„Wir hoffen darauf, dass er sich auch stellt“, sagte gestern Christoph Hundertpfund vom Landeskriminalamt. Aber natürlich werde nach dem Mann intensiv gefahndet. Für das Motiv für die Tat dürften finanzielle Probleme in der Familie in Frage kommen. Viel mehr ließen sich die mutmaßlichen Täter nämlich noch nicht entlocken. Nicht sehr kooperativ seien die Männer in den bisherigen Einvernahmen gewesen. Dass sie sich stellten, führt die Polizei auf den hohen Ermittlungsdruck zurück. Immerhin hatte man am Freitag ein Fahndungsfoto des 28-Jährigen veröffentlicht. Die Schlinge um die Männer zog sich außerdem immer enger. Denn auch der 30-jährige Bruder war bereits kurz nach dem Überfall in den Fokus der Polizei geraten.

So gab es im Zuge der Alarmfahndung Zeugen, die von einem silbernen Passat mit Innsbrucker Kennzeichen berichteten. Doch die Zahlenkombinationen waren unterschiedlich und letztlich nicht richtig. Die Polizei fahndete weiter und zitierte den 30-Jährigen, auf den auch so ein Fahrzeug zugelassen ist, auf die Wache. Es kam auch zu einer Gegenüberstellung mit dem Opfer. Doch dabei erkannte der Geldtransporterfahrer den Mann – aufgestellt neben Unbeteiligten – nicht. „Das hat sich insofern geklärt, denn der 30-Jährige dürfte mit dem Opfer nie in Kontakt gekommen sein“, sagte Hundertpfund.

Bei einer Hausdurchsuchung beim 28-Jährigen konnten eine Softgun und ein Elektroschockgerät sichergestellt werden. Ob die Innsbrucker auch für andere Straftaten in Frage kommen, ist für die Polizei derzeit Gegenstand weiterer Ermittlungen. Ein Zusammenhang mit dem ungeklärten Raubüberfall auf einen Geldtransporter desselben Unternehmens am 14. Februar scheint sich vorerst nicht abzuzeichnen. „Es gibt vorerst keine Hinweise dazu“, sagte Hundertpfund.

Von Nachahmungstätern will die Polizei derzeit ausdrücklich nicht sprechen. Zudem seien die Informationen seitens der Tatverdächtigen derzeit nicht ausreichend. Über die beiden jungen Männer wurde die Untersuchungshaft verhängt. Sie wurden in die Justizanstalt Innsbruck gebracht.

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