Wirtschaftslage in Slowenien laut österreichischen Firmen schlecht

Ljubljana (APA) - Die in Slowenien tätigen österreichischen Unternehmen bewerten die aktuelle wirtschaftliche Lage im südlichen Nachbarland ...

Ljubljana (APA) - Die in Slowenien tätigen österreichischen Unternehmen bewerten die aktuelle wirtschaftliche Lage im südlichen Nachbarland als schlecht, eine Verbesserung wird im kommenden Jahr erwartet. Das zeigte die diesjährige Umfrage über das Investitionsklima in Slowenien, die von der Außenhandelsorganisation der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Advantage Austria, durchgeführt wurde.

Fast zwei Drittel der Befragten (63 Prozent) schätzen die allgemeine Wirtschaftslage als schlecht ein, für 34 Prozent ist sie befriedigend. Das diesjährige Resultat weist trotzdem einen positiven Trend aus: im Vorjahr haben noch 81 Prozent die wirtschaftliche Lage als schlecht bewertet, nur 18 Prozent sahen sie als befriedigend.

Der Ausblick für den Rest des Jahres bleibt aber pessimistisch: 55 Prozent der Befragten schätzen die Aussichten für die slowenische Wirtschaft im Laufe des Jahres als schlecht ein. Für das Jahr 2015 gibt es optimistischere Töne: 46 Prozent bewerten die Aussichten für die Wirtschaftslage als befriedigend, 26 Prozent als gut. Auf der anderen Seite sehen 28 Prozent schlechte Aussichten auch im kommenden Jahr.

Auch in der jeweiligen Branche wird die Lage von fast der Hälfte (46 Prozent) der Befragten als schlecht eingeschätzt. Die Hälfte (52 Prozent) ist außerdem der Meinung, dass sich die Lage in der Branche heuer nicht verändern wird, 30 Prozent erwarten eine Verschlechterung. Dennoch rechnen 43 Prozent der Unternehmen mit höheren Umsätzen, während fast der gleiche Prozentsatz einen gleichbleibenden Umsatz erwartet.

Unzufrieden zeigen sich die österreichischen Unternehmen insbesondere mit dem slowenischen Steuersystem, den Fördermitteln, geringer Flexibilität des Arbeitsrechts, Korruptionsbekämpfung sowie mit der Zahlungsdisziplin. Zufrieden sind sie hingegen mit den slowenischen Arbeitskräften - deren Qualität, Ausbildung, Verfügbarkeit und Motivation.

Um Slowenien als Investitionsstandort attraktiver zu machen, sollte die slowenische Regierung nach Ansicht der österreichischen Unternehmen vor allem Maßnahmen zur Bekämpfung der Korruption, zum Abbau von administrativen Hürden und zur Reduzierung der Steuerbelastung ergreifen. Die Unternehmen wünschen sich außerdem mehr Offenheit und Transparenz sowie eine stabile politische Situation.

Österreichische Unternehmen sind mit einer Investitionssumme von rund 6 Milliarden Euro laut Advantage Austria die größten Auslandsinvestoren in Slowenien. Derzeit gibt es im südlichen Nachbarland rund 700 Niederlassungen mit mehrheitlich österreichischem Kapital. Sie sind im Handel, Finanzdienstleistungssektor und Produktion tätig. In österreichischen Unternehmen in Slowenien werden schätzungsweise zwischen 15.000 und 20.000 Mitarbeiter beschäftigt.

~ WEB http://wko.at ~ APA200 2014-05-19/11:39