Landespolitik

Innsbrucker SPÖ hält auch Rückwidmungen für denkbar

Der Bauausschuss hat die Wohnungs- und Wohnbaulandbedarfsstudie bis 2025 abgesegnet. Unterschiedliche Ansätze gibt es dennoch.

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Bis ins Jahr 2025 müssen in Innsbruck bis zu 9000 neue Wohnungen (entspricht einer reellen Steigerung von bis zu 7000) gebaut werden. Die Hälfte davon soll geförderter Mietwohnbau sein. Um das alles umzusetzen, müssen unter anderem in Summe bis zu 18 Hektar neu zu Bauland umgewidmet werden. Auf diese grundlegenden Parameter, die TT berichtete, einigte sich kürzlich der Innsbrucker Bauausschuss – einstimmig. Das konsensuale Zahlenmaterial ist notwendig, um darauf aufbauend ein neues Raumordnungskonzept (Öroko) 2015–2025 erstellen zu können.

Doch der Schein trügt. In ihren Stellungnahmen zu der Wohnungs- und Wohnbaulandbedarfsstudie differieren die einzelnen Fraktionen in ihren Lösungsansätzen teils erheblich. Allen voran die SPÖ. Die frühere Wohnungs-Stadträtin und nunmehrige GR Marie-Luise Pokorny-Reitter widerspricht den Aussagen von Planungsstadtrat Gerhard Fritz (Grüne) vehement. Zumal die Roten die nunmehr verabschiedeten Wohnraumbedarfszahlen „für eher an der unteren Grenze angesiedelt“ halten. Fritz hatte gegenüber der TT die Notwendigkeit, gänzlich neue Stadtteile in Innsbruck aus dem Boden zu stampfen, relativiert. Die SPÖ-Politikerin sieht das anders: „Es braucht ein großes zusätzliches Grundstück für einen neuen Stadtteil.“ Genauso, wie das eine oder andere Waldgrundstück: „Wir werden um eine Erweiterung der Stadtgrenzen nicht herumkommen.“ Wo das sein werde, will Pokorny-Reitter nicht sagen: „Denn das würde eine Goldgräberstimmung auslösen.“

Einig sind sich indes Grüne und SPÖ, dass auch bereits gewidmetes Bauland mobilisiert werden müsse. Aber wie? Die SPÖ will offenbar alle raumordnerisch möglichen Maßnahmen nutzen. Wie etwa die Ausweisung von Vorbehalts- und Erwartungsflächen. Und sogar Rückwidmungen sollen als Drohszenario im Raum stehen. „Andere Städte überlegen das schon. Auch für Innsbruck wäre das eine Möglichkeit, wenn Grundstücke nicht binnen einer gewissen Frist bebaut werden.“ Für FI und Grüne ist das vorerst aber noch kein Thema.

Während auch die Bürgermeisterliste „Für Innsbruck“ Waldgrundstücke im Visier hat, um landwirtschaftliche Stadtflächen zu erhalten, drängt die ÖVP im Falle von Verdichtungen und Nachnutzungen auf mehr geförderten Wohnbau. Ebenso will die ÖVP den Dichteschlüssel (niedrige, mittlere, hohe) bei der Wohnraumschaffung von 20:50:30 auf 20:30:50 abändern. Selbiges strebt auch die FI-Liste an.

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