ÖFB-Cup

Jubel, Double, Heiterkeit: Salzburg feiert seine Weltklassesaison

Mit dem 4:2-Finalerfolg über St. Pölten ging bei Meister Red Bull Salzburg die Ära Roger Schmidt zu Ende. Der Erstligist feierte unterdessen den Einzug in den Europacup.

Klagenfurt – Für Meister Salzburg ist am Sonntag mit dem 4:2-Finalsieg über St. Pölten und dem damit verbundenen Double eine „Weltklassesaison“ zu Ende gegangen. Kreativmotor Kevin Kampl und Co. bereiteten Trainer Roger Schmidt einen gelungenen Abschied und machten Lust auf ihre Auftritte in der CL-Quali. International werden auch die St. Pöltner vertreten sein, bei denen sich die Trauer in Grenzen hielt.

St. Pölten in der Qualifikation gesetzt

„Wir haben uns sehr gut präsentiert, gegen Salzburg kann man verlieren“, meinte etwa St. Pölten-Routiner Andreas Dober. „Wir haben uns allerdings drei Tore selbst gemacht“, sagte der Ex-Rapidler. Er steht dem Zweitligisten in der zweiten Runde der Europa-League-Qualifikation (17. und 24. Juli, Auslosung 23. Juni) allerdings nicht mehr zur Verfügung, weil keine Einigung über eine Vertragsverlängerung erzielt werden konnte.

St. Pölten ist dank des Länderkoeffizienten sogar gesetzt und konnte mit dem Cupfinale gegen den haushohen Favoriten wichtige Erfahrung sammeln. „Meine Mannschaft hat das sehr gut gemacht. Das war fürs Lernen eine sehr gute Sache“, befand Erfolgscoach Gerald Baumgartner, der in seiner 15. Cup-Partie als Trainer die erste Niederlage hinnehmen musste, dennoch vom Auftritt seines Teams angetan war.

„Salzburg war optisch überlegen, wir haben sie lange Zeit aber nicht ins Spiel kommen lassen. Mindestens zwei Tore haben wir uns selbst geschossen“, konstatierte der 49-Jährige, der im Vorjahr sensationell mit Drittligist Pasching den Cup geholt hatte. Er dachte dabei nicht zuletzt an die missglückte Rettungsaktion von Goalie Kostner kurz vor der Pause, die das 2:1 für Salzburg bedeutete: „Wenn wir mit einem 1:1 in die Pause gehen, schaut das vielleicht anders aus.“

Tatsächlich machten die Niederösterreicher mit ihrem disziplinierten Spiel dem Favoriten das Leben lange Zeit schwer und zerfielen selbst nach der 4:1-Führung für die „Bullen“ nicht. „Wir sind total erleichtert“, stellte auch Schmidt klar. „Man hat gesehen, dass ein Cupsieg kein Selbstläufer ist. Wir mussten eine Topleistung abrufen und können sehr stolz sein.“ Für den Deutschen, der zu Bayer Leverkusen und damit quasi in eine andere Dimension entschwindet, endete mit dem Cupsieg nach zwei Jahren jedenfalls eine „super Zeit in Salzburg“. „Etwas Großartiges geht zu Ende. Der Verein steht jetzt sicher anders da als zu dem Zeitpunkt, an dem ich gekommen bin“, resümierte er zufrieden.

Charakterlich, spielerisch und taktisch gereift

Kampl sah es ähnlich. „Es war eine Weltklassesaison. Jeder ist charakterlich, spielerisch, taktisch gereift“, stellte der slowenische Teamspieler fest. „Nur das Aus in der Europa League kam vielleicht ein bisschen zu früh.“ Selbst der stets kritische Sportdirektor Ralf Rangnick („Es war heute kein besonders attraktives Spiel“) fand lobende Worte: „Vor allem im Spiel gegen den Ball haben wir uns im Vergleich zur Saison davor verbessert“, konstatierte er.

Während der Saisonausklang am Sonntag in Salzburg noch ausgiebig zelebriert wurde (Kampl: „Wir konnten die Meisterschaft eigentlich nicht so richtig feiern, das werden wir jetzt nachholen“), endete am Montag mit der Abschlussbesprechung die Ära Schmidt ganz offiziell. Ende Juni legt der 47-Jährige dann in Leverkusen los, da wird auch in Salzburg schon wieder gearbeitet. Schmidt-Nachfolger Adi Hütter bittet ab 16. Juni zum Training, er übernimmt eine laut Schmidt „sehr intakte Mannschaft“ mit viel „Herzblut“. (APA)

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