„Gucci-Mörderin“ Reggiani muss drei Jahre Sozialdienst leisten

Mailand (APA) - Nach 16 Jahren im Gefängnis muss die „Gucci-Mörderin“ Patrizia Reggiani noch drei Jahre Sozialdienst bei der Caritas leisten...

Mailand (APA) - Nach 16 Jahren im Gefängnis muss die „Gucci-Mörderin“ Patrizia Reggiani noch drei Jahre Sozialdienst bei der Caritas leisten. Zugleich wird sie als Beraterin eines Modegeschäfts arbeiten, beschlossen am Montag die Mailänder Justizbehörden. Danach hat sie ihre 26-jährige Strafe für den Mord an ihrem damaligen Ex-Mann Maurizio Gucci abgebüßt.

Schon im Herbst 2013 wurde Reggiani aus der Haft entlassen und wartete seitdem auf die Entscheidung, wo und wann sie eingesetzt wird. „Ich kann es nicht erwarten, als Freiwillige karitative Arbeit zu leisten“, sagte die heute 65-Jährige, die bei ihrer Mutter lebt. Die Jahre in der Haft seien verflogen. Sie fühle sich „gut und jung“.

Reggiani hatte 1995 Maurizio Gucci von einem Auftragsmörder in Mailand töten lassen. Der Erbe des Modehauses hatte seine auch als „Schwarze Witwe“ bekannt gewordene Frau mehrere Jahre zuvor für eine jüngere Geliebte verlassen. Am 27. März 1995 war der damals 47-jährige Maurizio Gucci vor seinem Büro in der eleganten Via Palestro in Mailands Innenstadt erschossen worden. Laut Anklage war es ein „eiskalt geplantes Verbrechen“. Sie habe es nicht ertragen, von verlassen worden zu sein und ihren gesellschaftlichen Status als Jet-Set-Königin verloren zu haben. Reggiani selbst beteuerte stets ihre Schuldlosigkeit und sprach von einer „Verschwörung“ der vier anderen Angeklagten.

Alle fünf Verurteilten, darunter der Killer Benedetto Ceraulo, wurden zu Haftstrafen zwischen 19 und 29 Jahren verurteilt. Nach Auffassung der Anklagevertretung handelte Patrizia Gucci aus „Geldgier, Neid und Hass“.

Die Kaltblütigkeit des Komplotts und das ausschweifende Leben der heute 65-jährigen „Gucci-Mörderin“ hatte die italienische Öffentlichkeit stark beschäftigt. Später wurde bei ihr ein Hirntumor festgestellt.