Austria Center Vienna will Fokus auf internationale Kongresse legen

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Wien (APA) - Das Austria Center Vienna (ACV) will seinen Veranstaltungsfokus in Zukunft noch stärker auf internationale Kongresse legen - denn diese brächten die größte Umwegrentabilität für die Stadt Wien und Österreich, wie Susanne Baumann-Söllner, Vorstand der IAKW-AG, die das ACV betreibt, am Montag bei einer Pressekonferenz erklärte. Im Inland will man sich dagegen u.a. als Gala-Location positionieren.

Das schlechte Kongressjahr 2013 - vor allem die internationalen Kongresse blieben aus - schlug sich auch auf die Bilanz des ACV nieder: Mit 8,32 Mio. Euro Umsatz aus Veranstaltungen lag man geringfügig unter den Ergebnissen von 2012. Immerhin stammen 62 Prozent des Gesamtumsatzes aus internationalen Veranstaltungen. „Mit einem verstärkten Bemühen im kurzfristigeren nationalen Markt konnten wir das Ergebnis aber noch abfedern“, berichtete Baumann-Söllner.

Der Jahresverlust der IAKW-AG betrug 2013 dennoch 6,9 Mio. Euro - in etwa jene Summe, die die Betreibergesellschaft dem Besitzer des Gebäudes, dem Österreichischen Konferenzzentrum Wien, als jährliche Pacht überweisen muss. Trotzdem zeigte sich das - seit einem guten Jahr neue - Führungsteam des ACV zufrieden. Denn im Vergleich zu 2012 habe man den Verlust um 27 Prozent reduziert, wie Gernot Kämmerer, Leiter des Rechnungswesens, schilderte.

Auch in Zukunft wolle man sich jetzt verstärkt auf internationale Kongresse konzentrieren und die „Lücken“ mit kurzfristiger buchbaren nationalen Veranstaltungen, Side-Events oder etwa Galas füllen. „Wir müssen mit allen Partnern von Stadt bis Flughafen an einem Strang ziehen, um mit Wien wieder internationaler Kongresskaiser zu werden“, so Baumann-Söllner. Dazu wolle man auch Synergien nutzen - etwa mit dem benachbarten Vienna International Center.

Um den Bedürfnissen der internationalen Veranstalter nachzukommen, habe man sich auch am One-Stop-Shop-Prinzip orientiert, das von Fotograf bis Kinderbetreuung alles aus einer Hand bietet, die Eventtechnik mit Social-Media-Walls oder Live-Stream-Möglichkeiten aktualisiert und sich in Richtung nachhaltige „Green Events“ entwickelt. „Wir haben vor allem im Bereich digitale Infrastruktur wie etwa mit durchgängigem W-LAN nachgezogen“, so Vita Hauer-Exner, Marketingleiterin des ACV. In einem nächsten Schritt wolle man die Eingangshalle attraktiver gestalten - ein Umbau des rund 30 Jahre alten Gebäudes werde derzeit aber nur intern diskutiert.

„Wir wollen uns auf unser Kerngeschäft fokussieren und nicht mit vielen Mitbewerbern um kleine nationale Events konkurrieren. Internationale Kongresse bringen außerdem eine höhere Umwegrentabilität“, betonte Baumann-Söllner. Das zeige auch eine bei IHS und EcoAustria in Auftrag gegebene Studie, laut der sich die Bruttowertschöpfung des ACV im Jahr 2012 auf 252,43 Mio. Euro belief. 150 Kongresse und Events fanden statt, davon etwa die Hälfte internationaler Veranstalter. 150.000 Menschen kamen dafür nach Wien, davon rund 61.500 aus einem anderen Land. Neben Bildungs-, Netzwerk- und Synergieeffekten für Wien und Österreich brachte das vor allem Geld: Von mehr als 250 Mio. Euro Wertschöpfung wurden 153 Mio. Euro und damit 61 Prozent in Österreich generiert.

„Durch seine Kongresse hat das Austria Center Vienna direkt oder indirekt 2.528 Arbeitsplatz-Vollzeitäquivalente geschaffen“, sagte Alexander Schnabel vom IHS. Besonders profitiert haben im Jahr 2012 vor allem die Sektoren Beherbergung und Gastronomie, Wach- und Sicherheitsdienste und die Bauwirtschaft. Aber auch der öffentlichen Hand bleibt einiges: 65 Mio. Euro gingen an den Staat, vor allem durch Sozialabgaben und Lohnsteuer.

Das Austria Center Vienna wird von der IAKW-AG (Internationales Amtssitz- und Konferenzzentrum Wien, AG) betrieben. Sie ist zu hundert Prozent im Besitz der Republik Österreich. Auch wenn sich die IAKW-AG um den Betrieb und die Instandhaltung des ACV kümmert - gehören tut ihr das Gebäude nicht. Sie pachtet es vom Österreichischen Konferenzzentrum Wien (ÖKZ), das wiederum zur Hälfte der Republik Österreich und zur Hälfte arabischen Gesellschaftern gehört. Diese Pacht-Konstruktion wurde gewählt, um den arabischen Investoren eine Verzinsung von sechs Prozent des investierten Geldes für den Bau des Gebäudes zu ermöglichen. Die Pacht läuft bis ins Jahr 2034.