Schweizer Stadt erhält mehr als 600 Hodler-Werke geschenkt

Lausanne (APA/sda) - Der Maler und Kurator Rudolf Schindler hat angekündigt, seine Sammlung von 630 Werken von Ferdinand Hodler der Schweize...

Lausanne (APA/sda) - Der Maler und Kurator Rudolf Schindler hat angekündigt, seine Sammlung von 630 Werken von Ferdinand Hodler der Schweizer Stadt Vevey zu vermachen. Durch das Vermächtnis reift das Musee Jenisch zu einem der wichtigsten Zentren für das zeichnerische Werk des berühmten Schweizer Malers.

Der im Kanton Bern lebende Schindler sammelt seit 1956 Werke von Hodler, als er dem Künstler eine Ausstellung widmete. Damals sei er der Witwe des Künstlers, Berthe Hodler begegnet, die ihm Einblick in ganze Mappen von Skizzen und Zeichnungen gegeben habe, teilte das Musee Jenisch am Montag mit.

Von Berthe Hodler erwarb Schindler später den Großteil der Zeichnungen, aus denen seine heutige Sammlung besteht. Bereits zwischen 1999 und 2002 vertraute er dem damaligen Direktor des Musee Jenisch drei Teilbestände der Sammlung an.

Kürzlich überbrachte er dem Museum über 560 Hodler-Blätter. Der soeben 100 Jahre alt gewordene Sammler versprach diesen Bestand dem Museum als Vermächtnis nach Ende seines Lebens. Unter den insgesamt 630 Werken befinden sich rund 30 Gemälde und zahlreiche Zeichnungen.

Über den Wert der Sammlung wurden keine Angaben gemacht. Ein Gemälde des 1853 in Bern geborenen und 1918 in Genf verstorbenen Künstlers sei vier bis fünf Millionen Franken (rund drei bis vier Mio. Euro) wert, eine Zeichnung zwischen 5.000 und 100.000 Franken, schätzt Julie Enckell Julliard, Direktorin des Musee Jenisch.

Dass die Werke der Stadt Vevey geschenkt werden, lässt sich auch mit der Verbundenheit Hodlers mit der Region begründen. Er malte in Chexbres zahlreiche berühmte Genfersee-Ansichten und kam häufig nach Vevey zu seiner Geliebten Valentine Gode-Darel.

Im Vermächtnis befindet sich auch ein Gipsabguss des Kopfes der Geliebten. Die Hodler-Werke werden nun inventarisiert, dokumentiert und analysiert. Das Musee Jenisch will sie bereits im Sommer 2015 in einer großen Ausstellung zeigen.