USA klagen chinesische Militärhacker wegen Wirtschaftsspionage an

Washington (APA/Reuters) - Die USA haben China erstmals offiziell der Cyberspionage bezichtigt. Ein Anklagegericht habe fünf Mitgliedern des...

Washington (APA/Reuters) - Die USA haben China erstmals offiziell der Cyberspionage bezichtigt. Ein Anklagegericht habe fünf Mitgliedern des chinesischen Militärs Hackerangriffe auf amerikanische Firmen vorgeworfen, erklärte das Justizministerium in Washington am Montag. Betroffen seien sechs Unternehmen aus den Bereichen Atomkraft, Solartechnik und Metalle, darunter United States Steel, Alcoa und Allegheny Technologies.

Auch die Gewerkschaft USW sei betroffen. Es handle sich um Fälle von Industrie-Spionage. Die Anklage ist eher symbolischer Natur. In der Praxis verhindert sie die Einreise der betroffenen Personen in die USA oder Staaten mit einem Auslieferungsabkommen.

Eine Stellungnahme der Regierung in Peking lag zunächst nicht vor. Nach Einschätzung der USA haben zahlreiche Hackerangriffe ihren Ursprung in China. Dies geht unter anderem aus geheimen amerikanischen Unterlagen hervor, die in den vergangenen Jahren auf der Enthüllungs-Website WikiLeaks veröffentlicht wurden. Experten zeigten sich zunächst uneins, wie wirksam die erste formelle Anklage sein wird. James Lewis vom Center for Strategic and International Studies sprach von einem „deutlichen Signal“. Dagegen zweifelte Eric Johnson von der Vanderbilt University, das sich China dadurch werde bremsen lassen.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte vergangene Woche aus FBI-Kreisen erfahren, dass mehrere Gerichtsfälle aus dem Bereich der Cybersicherheit zu erwarten seien. Es werde auch Festnahmen geben, hieß es. Die USA stehen wegen ihres eigenen Spionageprogramms weltweit in der Kritik. Die Regierung in Washington und die amerikanischen Geheimdienste haben jedoch wiederholt den Vorwurf der Industrie-Spionage zurückgewiesen.