Scheich mit viel Geld: Hamad bin Dschassim bin Dschaber al-Thani

Frankfurt am Main/Doha (APA/dpa) - Als Politiker hat Scheich Hamad bin Dschassim bin Dschaber al-Thani schon alle Posten durch. Seine Laufba...

Frankfurt am Main/Doha (APA/dpa) - Als Politiker hat Scheich Hamad bin Dschassim bin Dschaber al-Thani schon alle Posten durch. Seine Laufbahn im Kabinett des Golfemirats Katar begann er 1989 als Landwirtschaftsminister, später wurde er Strom- und Wasserminister, dann Außenminister. Auch Regierungschef war er. Nun will sich der Scheich verstärkt wirtschaftlich betätigen und steigt zum größten Aktionär der Deutschen Bank auf.

Geboren wurde der Großinvestor 1959 in Katars Hauptstadt Doha. Er besuchte mehrere Universitäten in Katar, im Libanon, schließlich in Großbritannien. Der Scheich hat arabischen Medien zufolge zwei Ehefrauen und mindestens 14 Kinder. In Katar gehören ihm zahlreiche Unternehmen, unter anderem in den Bereichen Bau und Investitionen. Zu seinem Vermögen gibt es widersprüchliche Angaben. Arabische Medien schreiben, das Vermögen das Herrscherhauses ist letztlich auch das Vermögen des Landes. Die 2 Mrd. Euro für den Einstieg bei der Deutschen Bank sollten also kein größeres Problem darstellen.

Vor wenigen Jahren machte der Scheich Schlagzeilen, als er eine Wohnung auf einem Luxusanwesen in London mit Blick auf den Hyde Park erwarb, deren Wände und Fenster kugelsicher sein sollen. Vom Anwesen führt ein Tunnel in das Nobelhotel Mandarin Oriental. Aus dem Hotel seien auch seine Dienstboten, hieß es damals.

Politisch geriet er in der arabischen Welt bereits in die Kritik, weil er sowohl zur schiitischen Hisbollah-Bewegung im Libanon Kontakt hielt als auch zu Israel. Der Scheich erwarb sich vor allem als Außenminister einen Ruf als diplomatischer Strippenzieher in regionalen Krisen.

Mit Beteiligungen in Deutschland verfügt der Angehörige des Herrscherhauses schon über eine gewisse Erfahrung: 2009 wurde Katar zum drittgrößten Aktionär bei Volkswagen. Zur Besiegelung des Deals reiste er damals als Premierminister in Deutschland an und begründete den Deal mit den Worten: „Der erste Grund für den Einstieg ist das Geldverdienen.“ Denn möglichst viele neue Geldquellen will Katar erschlossen haben, wenn in dem Land das Öl versiegt.

~ ISIN DE0005140008 WEB https://www.deutsche-bank.de/index.htm ~ APA499 2014-05-19/17:29