Deutsche wollen bei TTIP Verbraucherschutz-Standards erhalten

Berlin/Brüssel (APA/AFP) - Die überwiegende Mehrheit der Deutschen will einer Umfrage zufolge, dass europäische Verbraucherschutzstandards i...

Berlin/Brüssel (APA/AFP) - Die überwiegende Mehrheit der Deutschen will einer Umfrage zufolge, dass europäische Verbraucherschutzstandards im geplanten transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP festgeschrieben werden. 92 Prozent der Befragten hielten es für wichtig oder sehr wichtig, dass solche Standards erhalten bleiben, teilte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) am Montag in Berlin mit.

Laut vzbv sagten in einer repräsentativen Umfrage von Infratest Dimap 59 Prozent der rund 1.100 Teilnehmer, ihnen sei es „sehr wichtig“, dass in dem Abkommen „europäische Rechts- und Verbraucherschutzstandards“ erhalten bleiben. 33 Prozent sagten, dies sei ihnen „wichtig“. „Die Verbraucher sind bei TTIP wachsam“, erklärte Helga Springeneer vom vzbv. In jüngste Aussagen der EU-Kommission, sie werde keine Absenkung von Verbraucherschutzstandards mittragen hätten die Bürger wenig Vertrauen. Das Misstrauen liege auch in der Informationspolitik der EU-Kommission begründet.

Das geplante Freihandelsabkommen soll der Wirtschaft auf beiden Seiten des Atlantiks einen Schub geben, indem Zölle und Handelshemmnisse abgebaut werden. Kritiker befürchten allerdings, dass Standards bei Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit abgesenkt werden könnten und beklagen fehlende Transparenz der Verhandlungen. Das Bündnis „TIPP unfairhandelbar“, zu dem sich über 60 zivilgesellschaftliche Organisationen zusammengeschlossen haben, teilte am Montag mit, gegen TTIP und ein Freihandelsabkommen mit Kanada seien insgesamt gut 650.000 Unterschriften gesammelt worden. Am Donnerstag werde das Bündnis die Unterschriftenliste an die deutschen Spitzenkandidaten für die Europawahl übergeben.