IWF fordert von Deutschland mehr Investitionen in Infrastruktur

Berlin (APA/Reuters) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) drängt Deutschland zu mehr Investitionen in die Infrastruktur und damit in die...

Berlin (APA/Reuters) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) drängt Deutschland zu mehr Investitionen in die Infrastruktur und damit in die Stärkung der langfristigen Wachstumskraft. „Die Politik sollte sich auf die Stärkung des Wachstums konzentrieren und damit gleichzeitig den Aufschwung in der Eurozone unterstützen“, empfahl der Fonds am Montag in einer in Berlin veröffentlichten Länderstudie.

Eine die Konjunktur noch stärker stützende Geldpolitik wäre hilfreich. Insbesondere könnte Deutschland seine Investitionen in die Infrastruktur um zusätzlich jährlich bis zu 0,5 Prozent der Wirtschaftsleistung erhöhen - das wären etwa 14 Milliarden Euro - ohne die geltenden Stabilitätsregeln zu verletzen. Dagegen helfen höhere Ausgaben für die geplante Rentenreform der Regierung dem Wachstum laut IWF nicht weiter und könnten negative Auswirkungen am Arbeitsmarkt haben.

„Der Aufschwung in Deutschland wird voraussichtlich weiter an Stärke gewinnen“, sagte der IWF voraus. „Die Wahrscheinlichkeit besteht, dass wir unsere Wachstumsprognosen erhöhen“, ergänzte eine Expertin des Fonds in Berlin. Deutschland bleibe damit an der Spitze der Entwicklung in der Eurozone. Das Land könnte aber mehr tun, um seine Rolle als Stabilitätsanker in Europa noch zu verstärken.

In seiner Prognose vom April hatte der IWF für Deutschland ein Wachstum von 1,7 Prozent in diesem und 1,6 Prozent im nächsten Jahr vorausgesagt. Die Bundesregierung rechnet in ihrer vor wenigen Wochen veröffentlichten Frühjahresprojektion mit einem Anstieg der deutschen Wirtschaftsleistung um 1,8 Prozent in diesem und 2,0 Prozent im nächsten Jahr. Hoffnungen auf eine günstige Entwicklung hatte auch das Wachstum im ersten Quartal geschürt, das kräftige 0,8 Prozent gemessen am Vorquartal betragen hatte.

~ WEB http://www.imf.org ~ APA528 2014-05-19/18:06