Thailands Armee verhängt Kriegsrecht

Bangkok (APA/dpa) - Nach sieben Monaten Unruhen und Massendemonstrationen in Thailand hat die Armee am Dienstag das Kriegsrecht verhängt. Di...

Bangkok (APA/dpa) - Nach sieben Monaten Unruhen und Massendemonstrationen in Thailand hat die Armee am Dienstag das Kriegsrecht verhängt. Die Maßnahme sei nötig gewesen, um „Frieden und Ordnung aufrecht zu erhalten“, hieß es in dem Befehl, den Armeechef Prayuth Chan-ocha unterzeichnete. Gruppen „mit bösen Absichten“ hätten Kriegswaffen gegen das Volk eingesetzt. Ob es sich um einen Militärputsch handelte, war unklar.

Der amtierende Regierungschef Niwatthamrong Boonsongpaisan zeigte sich zunächst nicht. Prayuth hat einen Putsch monatelang abgelehnt. Vergangene Woche drohte er allerdings mit hartem Durchgreifen, nachdem bei einem Protestlager von Demonstranten erneut Menschen ums Leben kamen. Bei den Protesten waren mehrfach Granaten abgefeuert worden. Mehr als 25 Menschen kamen seit November um.

Soldaten marschierten bei Fernsehsendern und in Zeitungsredaktionen auf, wie die Medien berichteten. „Wir wollen Demokratie, kein Kriegsrecht!“ twitterte der bekannte Kommentator der Zeitung „Nation“, Pravit Rojanaphruk. Regierungsanhänger haben für den Fall der Entmachtung der 2011 mit großer Mehrheit gewählten Regierung Massenproteste angekündigt.

In Thailand versuchen Regierungsgegner seit November, die Regierung zu stürzen. Sie werfen ihr Korruption, Machthunger und Ausbeutung des Staates vor. Sie torpedierten einen Wahlgang im Februar, weil sie einen ungewählte Rat verlangten, der vor Neuwahlen Reformen durchführen soll.