Papstbesuch: Franziskus in Jordanien, Palästina und Jerusalem

Vatikanstadt/Amman/Bethlehem (APA) - Papst Franziskus unternimmt vom 24. bis 26. Mai 2014 eine Pastoralreise nach Nahost, bei seiner zweiten...

Vatikanstadt/Amman/Bethlehem (APA) - Papst Franziskus unternimmt vom 24. bis 26. Mai 2014 eine Pastoralreise nach Nahost, bei seiner zweiten Auslandsreise sind interreligiöse und ökumenische Treffen geplant. Dazu gehören Treffen mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus I.

Zudem feiert er mit den Gläubigen im Heiligen Land zwei große Gottesdienste, zuerst am Samstag, 24. Mai in der jordanischen Hauptstadt Amman und einen Tag später in Bethlehem im palästinensischen Westjordanland. Weiters steht ein Gespräch mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu auf dem Programm.

Schon seine beiden Vorgänger hatten zumindest Israel besucht, Johannes Paul II. im Jahr 2000 und neun Jahre später Benedikt XVI. Am Samstag wird Franziskus in Amman eintreffen. Mit König Abdullah II. von Jordanien war der Pontifex bereits Anfang April im Vatikan zu einem Vieraugengespräch zusammengekommen, auch diesmal soll es ein Gespräch mit dem Monarchen geben, bevor der Papst von Amman mit dem Helikopter nach Bethlehem fliegt.

Papst Franziskus feiert am 25. Mai auf dem Krippenplatz eine Messe, zu der auch Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas erwartet wird. Anschließend wird Franziskus mit fünf Familien aus Bethlehem und Gaza im Franziskanerkonvent zu Mittag essen, so die Kathpress. Nach Angaben von Bethlehems Bürgermeisterin Vera Babun hat der Papst ausdrücklich darauf bestanden, bei seinem Besuch der Stadt „nicht mit Würdenträgern zu essen, sondern mit gewöhnlichen Menschen - Menschen mit Schwierigkeiten“.

Die Programmpunkte seiner Auslandsaufenthalte soll der Pontifex überhaupt persönlich auswählen. Jordanien spielt eben wie Palästina eine Rolle, den Abschluss bildet Israel. Die Begegnungen sind so gewählt, dass der Ruf des katholischen Kirchenoberhaupts, sich eher für die Schwächeren einzusetzen, klar zum Ausdruck kommt.

In Jordanien wird er am Taufort Jesu Christi am Jordan 600 Flüchtlinge aus Syrien und Behinderte treffen. Nach dem Bethlehem-Besuch will er im Flüchtlingscamp Dheishen 300 Kinder empfangen, bevor es nach Israel geht. Laut der Nachrichtenagentur AFP möchte Franziskus trotz der Sicherheitswarnungen in offenen Fahrzeugen unterwegs sein. Vatikansprecher Federico Lombardi sagte, in Israel, Jordanien und den Palästinensergebieten werde der Pontifex 20 Mal haltmachen und 14 Reden halten.

Israel hat eine eigene Homepage zum Papstbesuch eingerichtet, auf dessen Startseite neben dem Motto „Frieden, Glaube, Toleranz“ mit blauen und gelben Olivenzweigen ein stilisierter Davidstern und das Papstwappen mit den Schlüsseln ineinander übergehen.

Am Sonntag um 16.30 Uhr wird der Papst mit dem Hubschrauber in Tel Aviv eintreffen und nach Jerusalem weiterfliegen. Dort ist zwischen 19.00 und 20.00 Uhr im Rahmen eines „ökumenischen Treffens“ in der Grabeskirche die Zusammenkunft mit dem Oberhaupt der orthodoxen Kirche, dem Patriarchen von Istanbul, Bartholomäus I. angesetzt - am 50. Jahrestag des historischen Treffens zwischen Papst Paul VI. und Patriarch Athenagoras I. von Istanbul. Danach folgt ein Abendessen mit den Patriarchen und Bischöfen des Lateinischen Patriachats von Jerusalem.

Am Montag wird der Papst mit dem Großmufti von Jerusalem und Palästina, Mohammed Ahmad Hussein, zusammenkommen und den Tempelberg und anschließend die Klagemauer besuchen. Das Besuchsprogramm sieht am Vormittag weiters eine Kranzniederlegung am Grab Theodor Herzls sowie einen Besuch in der Shoah-Gedenkstätte Yad Vashem vor, in Begleitung von Staatspräsident Shimon Peres und Ministerpräsident Benjamin Netanyahu. Nach einem Gespräch mit zwei führenden Rabbis wird der Papst zu Mittag erst Peres im Präsidentenpalast und hernach ab 13.00 Uhr Netanyahu zu Gesprächen treffen. Letzterer will dem Papst den israelischen Standpunkt zu den Iran-Atomgesprächen darlegen.

Am Nachmittag kommt Franziskus erneut mit Patriarch Bartolomäus I. zusammen. Ab 16.00 Uhr wird er eine Stunde lang mit 500 Priestern und Seminaristen in der Gethsemane-Kirche zusammenkommen und danach im Garten einen Baum pflanzen. Den Abschluss des Besuchs bildet eine Heilige Messe ab 17.30 Uhr im Abendmahlsaal in Jerusalem, bevor der Papst gegen 20.00 Uhr nach Rom zurückfliegt.

Vorausgegangen war der „Reise ins Heilige Land“, wie der Vatikan den Besuch offiziell nennt, eine persönliche Einladung des israelischen Präsidenten Shimon Peres im April als auch eine Einladung des palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas im Oktober 2013.

( S E R V I C E - Nähere Informationen zum Papstbesuch in Nahost sind unter http://www.kathpress.at/papst-im-heiligen-land bzw. auf der eigens eingerichteten Seite des israelischen Außenministeriums unter http://mfa.gov.il/MFA/AboutIsrael/History/PapalVisit/PopeFrancis abrufbar.)