Die Kandidaten bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine

Kiew (APA/dpa) - PETRO (PJOTR) POROSCHENKO: Wegen seines Süßwarenkonzerns Roshen gilt der 48-Jährige als „Schokoladenkönig“ der Ukraine. Der...

Kiew (APA/dpa) - PETRO (PJOTR) POROSCHENKO: Wegen seines Süßwarenkonzerns Roshen gilt der 48-Jährige als „Schokoladenkönig“ der Ukraine. Der Milliardär war der Hauptfinanzier der prowestlichen Orangen Revolution von 2004. Poroschenko ist Befürworter einer EU-Annäherung der Ukraine und saß bereits als Chef des Nationalen Sicherheitsrates, als Außenminister sowie als Wirtschaftsminister an Schalthebeln der Macht.

Während der aktuellen proeuropäischen Proteste stieg die Popularität des ausgebildeten Diplomaten massiv, nachdem er sich zwischen Randalierer und die Polizei gestellt hatte. Zu seinen Gunsten verzichtete Boxweltmeister Vitali Klitschko auf eine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl. Poroschenko gilt als klarer Favorit und führt überlegen in allen Umfragen.

JULIA TIMOSCHENKO: Die frühere Regierungschefin und Ikone der Orangen Revolution Julia Timoschenko führte aus der Haft heraus die Opposition gegen Präsident Viktor Janukowitsch. Mit dem Abgang von Janukowitsch, der sie zu einer zweieinhalbjährigen Freiheitsstrafe wegen Amtsmissbrauchs verurteilen hatte lassen, kam sie frei und wieder auf die politische Bühne. Die am 27. November 1960 in Dnjepropetrowsk geborene „Gasprinzessin“ hat nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 immenses Vermögen angehäuft. Gegner werfen ihr undurchsichtige Geschäfte vor.

MYCHAJLO (MICHAIL) DOBKIN: Für die prorussische Partei der Regionen des gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch kandidiert der ehemalige Gouverneur der Region Charkiw (Charkow), Michajlo Dobkin. Dobkin fordert für Russisch den Status als zweite Staatssprache. Seine Plakate mit dem Slogan „Einheitliches Land“ sind hingegen allesamt auf Ukrainisch gehalten. Er fordert eine massive Machtverschiebung in die Regionen - Gouverneure, die im aktuellen zentralistischen Staat bisher von Kiew berufen werden, sollten nach seinen Vorstellungen zukünftig durch Lokalparlamente gewählt werden. Der ukrainische Staat solle sich als blockfrei positionieren.

SERHIJ TIHIPKO (SERGEJ TIGIPKO): Tihipko war unter Präsident Janukowitsch zwischen 2010 und 2012 Vizepremierminister. Er wurde Anfang April aus der Partei der Regionen ausgeschlossen worden, nun will er seine Partei Starke Ukraine, die 2012 in der „Partei der Regionen“ aufgegangen war, wiederbeleben. Er fordert Russisch als zweite Staatssprache und mehr Macht für die Regionen. Außerdem setzt er gleichzeitig auf Verhandlungen mit der EU als auch mit Russland.