Hochwasser - Opferzahl in Serbien auf 20 angestiegen

Belgrad/Sarajevo (APA) - Die Zahl der Opfer nach den schweren Überschwemmungen in Serbien ist laut Amtsangaben auf 20 angestiegen. Am schwer...

Belgrad/Sarajevo (APA) - Die Zahl der Opfer nach den schweren Überschwemmungen in Serbien ist laut Amtsangaben auf 20 angestiegen. Am schwersten betroffen war die Kleinstadt Obrenovac, südwestlich von Belgrad. Dort wurden bis Dienstag früh 13 Todesopfer gezählt. Knapp 39.000 Menschen mussten im ganzen Land evakuiert werden.

In der Nacht auf Dienstag wurden in Obrenovac die verbliebenen Bewohner evakuiert werden, nachdem Schutzdämme der Save brachen. Zuvor war das Wasser bereits zurückgegangen. Nach Angaben des Innenministeriums wurden in den letzten Tagen knapp 39.000 Menschen aus ihren überschwemmten Häusern evakuiert, ein Drittel davon in Obrenovac.

Besonders gefährlich war die Situation in Krupanj, dort gab es durch Erdrutsche, die von den Überschwemmungen ausgelöst wurden, fünf Tote. In der Ortschaft mit rund 5.000 Einwohnern wurden etliche Häuser vollkommen zerstört, als drei im Normalfall kleine Bäche über die Ufer traten.

Bosnien gedachte am Dienstag der Überschwemmungsopfer. Auch in der Teilrepublik Srpska wurde der Trauertag abgehalten. In der Entität starben 17 Menschen, die meisten in der nordöstlichen Stadt Doboj. In der Bosniakisch-Kroatischen Föderation kamen mindestens sieben Personen ums Leben.

Der Sachschaden muss sowohl in Serbien als auch in Bosnien noch genau beziffert werden. Ersten Schätzungen zufolge dürfte er jedoch eine Milliarde Euro übersteigen.

In Serbien stieg der Wasserstand der Donau, am Donnerstag soll der Pegel die Grenze des Überschwemmungsschutzes übersteigen. Das Donau-Kraftwerk Djerdap an der Grenze zu Rumänien fuhr schon vor Tagen seine Leistung runter, nachdem der davor liegende Stausee bis auf die Mindesthöhe geleert wurde. Dadurch soll das höhere Donauwasser aufgenommen werden können. Der Wasserpegel im Stausee lag laut Medienberichten so niedrig, dass sich die Ruinen des beim Bau des Kraftwerkes in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts überschwemmten Siedlungen abzuzeichnen begannen.