Tennis: Antonitsch zu Thiem: „Nach ein, zwei Runden eine Gefahr“

Paris (APA) - Er ist ehemaliger Weltklasse-Spieler, Turnierdirektor in Kitzbühel, als Experte Kommentator bei Eurosport und Mit-Herausgeber ...

Paris (APA) - Er ist ehemaliger Weltklasse-Spieler, Turnierdirektor in Kitzbühel, als Experte Kommentator bei Eurosport und Mit-Herausgeber der Tennis-Plattform www.tennisnet.com: Alexander Antonitsch ist dem Tennis auch nach seinem Karriere-Ende treu geblieben und beobachtet mit Freude den Aufstieg von Jungstar Dominic Thiem und auch den Formanstieg bei Jürgen Melzer.

Für die am Sonntag beginnenden French Open in Paris, wo Antonitsch zum ersten Mal für den europaweiten Sportsender im Einsatz ist, hofft der mittlerweile 48-Jährige und ehemalige Weltranglisten-40. vor allem auf eines für die Österreicher: eine gute Auslosung. Diese erfolgt am Freitag (11.30 Uhr) in Paris.

„Die Auslosung ist enorm wichtig. Ich würde mir wünschen, dass Thiem ein, zwei Runden gewinnt und dann auf einem Showcourt auftritt“, sagte Antonitsch jüngst im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. „Mit ein, zwei Partien in der Tasche ist der für jeden dort eine Gefahr“, glaubt Antonitsch. Thiem habe den Vorteil, dass er in Paris schon einmal bei den Junioren im Endspiel gestanden ist. „Er kennt das Feeling dort, vor allem in der zweiten Woche.“

Gleiches gilt freilich auch für Routinier Jürgen Melzer, der mit 33 noch einmal angreifen will. Der frühere Weltranglisten-Achte hat zuletzt aufsteigende Form gezeigt, in Rom John Isner und Marin Cilic geschlagen und gegen Andy Murray gute Figur gemacht. Mit halbwegs guter Auslosung traut Antonitsch beiden einiges zu. „Das Schönste für uns wäre, wenn einer in der zweiten Woche wäre.“

Für den Kärntner Ex-Profi ist in Sachen Thiem auch dessen prominenter Trainingspartner bei Günter Bresnik, Ernests Gulbis, ein ganz wichtiger Faktor. „Dominic profitiert enorm viel von Gulbis, das wird zu selten erwähnt. Das ist unbezahlbar, die Nummer 18 der Welt und der Junge, der so schnell spielt wie wenige von der Grundlinie.“

Antonitsch hofft im heimischen Tennis auf den Schneeball-Effekt - eine Sogwirkung, die von Thiem ausgeht. „Gerade wenn so ein Junger kommt, kann man hoffen, dass dann noch ein paar nachziehen. Gerald Melzer, Dennis Novak, Max Neuchrist - ich glaube, dass da in Zukunft noch einiges kommen wird.“ Und vergisst ganz auf den 17-jährigen Lucas Miedler, der ebenfalls großes Potenzial besitzt, und zuletzt in Bratislava als Sparringpartner erstmals Davis-Cup-Luft schnuppern durfte.

Aus internationaler Sicht sieht Antonitsch Rafael Nadal als den „haushohen Favoriten“, auch wenn er noch nicht in der fast unschlagbaren Form des Vorjahrs sei. „Aber bei einem Grand Slam auf Sand auf best-of-five einen Nadal zu schlagen - da reicht nicht nur eine gute Stunde, sondern da musst du einen halben Tag wirklich gutes Tennis spielen.“ Zuzutrauen ist dies allerdings nicht zuletzt dank seiner tollen Leistung am Sonntag im Finale von Rom wieder Novak Djokovic, der offenbar rechtzeitig sein Level nach oben schrauben kann.

Bei den Frauen hat Antonitsch neben Serena Williams und Maria Scharapowa die Rumänin Simona Halep auf der Liste der gefährlichen Außenseiterinnen. „Sie ist sehr clever, sehr klein, aber extrem geschickt. So jemand kann es gerade in Paris immer wieder schaffen, dieses Powertennis auszustechen.“

Nirgendwo sonst, warnt Antonitsch, ist man aber so vom Wetter abhängig wie in Paris. Denn bei tagelangem Sonnenschein und Wärme sind die Bedingungen sehr schnell, doch immer wieder regnet es in der Seine-Stadt auch tagelang - und dann sind die Bedingungen weit langsamer.

Ein Kuriosum weiß Antonitsch von den britischen Buchmachern zu berichten, die auf einen Sieg von Wimbledon-Champion Andy Murray in Paris nicht sehr viel halten. „Du kriegst dort mittlerweile mehr für dein Geld, wenn du wettest, dass eines der Federer-Kinder in irgendeiner Art und Weise Wimbledon gewinnt, als du bekommen würdest, wenn du auf Andy Murray und French-Open-Sieg wetten würdest.“