Prozess nach Schüssen im Burgenland: Schütze geständig

Eisenstadt (APA) - Ein 46-jähriger Burgenländer, der im Juli des Vorjahres auf einem Fest in Wimpassing (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) auf ein...

Eisenstadt (APA) - Ein 46-jähriger Burgenländer, der im Juli des Vorjahres auf einem Fest in Wimpassing (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) auf einen gleichaltrigen Wiener geschossen haben soll, hat sich am Dienstag vor Gericht schuldig bekannt. „Ich verstehe nicht, warum ich das getan habe“, meinte der wegen absichtlich schwerer Körperverletzung angeklagte Mann zu seinem Motiv. Ihm drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Seit geraumer Zeit hatte der 46-Jährige Probleme mit Alkohol, erzählte er Einzelrichterin Birgit Falb. Bis Mai 2013 habe er nichts mehr getrunken, danach vielleicht mal ein Achterl. In der Tatnacht sei jedoch viel Alkohol geflossen. Laut Richterin hatte der Angeklagte zum Tatzeitpunkt 2,1 bis 2,2 Promille Alkohol im Blut. Seine Erinnerungen seien schwach, gab der Mann an. „Ich habe gewisse Erinnerungen, die vorhanden sind.“ Er gehe davon aus, dass es stimme, was das Opfer gesagt habe.

Neuerlich zum Motiv gefragt, erklärte er: „Ich kann mir nur vorstellen, dass mich diese lächerlichen paar Watschen (das Opfer ohrfeigte den Mann am Abend zweimal, Anm.) vor meiner Frau und meiner Tochter so getroffen haben. Ich gehe normalerweise jeder Gefahr aus dem Weg.“

Seine Waffe hatte der Mann zu Verteidigungszwecken. Nach der Auseinandersetzung inklusive der Ohrfeigen des späteren Opfers fuhr der Mann Frau und Tochter heim, holte aus dem Tresor im Schlafzimmer die Waffe, kam zum Fest zurück und ließ den Wiener rausholen. Es folgten drei Schüsse. „Er ist ganz nah bei mir gestanden.“ Er habe die Waffe in seiner eigenen Hand gesehen, die Schüsse habe er nicht gehört, meinte der Angeklagte.

Falb hatte weitere Zeugen geladen. Auch das Opfer sollte im Laufe des Vormittags einvernommen werden.