Naturschützer-Beschwerde gegen Vorarlberger Hochwasserprojekt

Bregenz (APA) - Nach der Naturschutzanwaltschaft hat auch der Naturschutzbund Vorarlberg Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht gegen ein ...

Bregenz (APA) - Nach der Naturschutzanwaltschaft hat auch der Naturschutzbund Vorarlberg Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht gegen ein Hochwasserprojekt an der Ill eingebracht. Beide forderten für das Vorhaben eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), da laut Gutachten erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt zu erwarten seien. Das Land Vorarlberg sieht eine solche Prüfung jedoch nicht als nötig an.

Die Schutzmaßnahmen zwischen Frastanz und Schlins (beide Bezirk Feldkirch) sollen die Gemeinden entlang der Ill durch Verbreiterungen und Retentionsflächen vor künftigen Hochwassern schützen. Insgesamt sind bis 2020 fünf Bauabschnitte vorgesehen, die ersten beiden sind bereits fertiggestellt. Bei der dritten Bauetappe stoßen nun geplante Waldrodungen auf Widerstand bei den Naturschützern.

Bei den eingereichten Rodungsflächen falle auf, „dass immer so geplant wurde, dass die gesamte Fläche jeweils knapp unter 20 Hektar beträgt“, so der Naturschutzbund. So seien vor dem Beschluss Flächen zurückgezogen worden, die jedoch in Zusammenhang mit dem Projekt stünden, vermuteten die Naturschützer einen „Verfahrenstrick“. Ab 20 Hektar ist eine UVP zwingend vorgeschrieben. Die Naturschützer betonten, man stelle sich nicht gegen das Projekt. Die Rodungen müssten jedoch „auf das unbedingt nötige Ausmaß“ beschränkt werden.

Thomas Blank, Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft im Amt der Landesregierung, erklärte, man müsse nun abwarten, wie das Gericht entscheide. Man sei nach wie vor der Meinung, dass der Bescheid richtig sei. Er sei durch forstliche Gutachten abgesichert. „Es ist für uns ein sehr wichtiges Hochwasserschutzprojekt, wir arbeiten seit Jahren an Lösungen für die betroffenen Gemeinden“, betonte Blank. Es handle sich im Übrigen um ein Projekt, das die Gewässerökologie berücksichtige. So erführen rund 30 Hektar Auwald durch die Maßnahmen ökologische Verbesserungen. Im Forstbereich räumte Blank „gewisse Beeinträchtigungen“ ein, aber „ohne Rodungen geht es nicht“.