LGT-Studie: Vermögende Österreicher für Lockerung von Bankgeheimnis

Wien (APA) - Die Liechtensteiner Fürstenbank LGT hat in einer Studie unter vermögenden Österreichern und Schweizern deren Einstellung zum Ba...

Wien (APA) - Die Liechtensteiner Fürstenbank LGT hat in einer Studie unter vermögenden Österreichern und Schweizern deren Einstellung zum Bankgeheimnis erhoben. Dabei hat sich die Mehrheit der 101 befragten Österreicher für eine Lockerung des Bankgeheimnisses ausgesprochen - allerdings nur, wenn eine „faire Lösung für unversteuerte Vermögen“ gefunden wird.

Konkret befürworten 12 Prozent der befragten Österreicher einen automatischen Informationsaustausch zwischen inländischen Behörden voll und ganz, 47 Prozent unter gewissen Bedingungen und 40 Prozent sind gegen eine Lockerung. Bei den 156 befragten vermögenden Schweizern ist die Haltung anders: Hier wendet sich eine klare Mehrheit (56 Prozent) gegen eine Lockerung des Bankgeheimnisses für Inländer.

Die Mehrheit der befragten Private?Banking?Kunden ist auch der Meinung, dass Österreich bzw. die Schweiz dem automatischen Informationsaustausch gegenüber dem Ausland zustimmen sollten. Auch hier wird allerdings von vielen die Bedingung einer „fairen Lösung für unversteuerte Vermögen“ gefordert - also offenbar, dass Steuersünder der Vergangenheit straffrei bzw. günstig davonkommen sollen.

Die moralische Kritik am Bankgeheimnis wird von einer Mehrheit der vermögenden Befragten übrigens nicht geteilt. Nur 34 Prozent der reichen Österreicher und immerhin 43 Prozent der vermögenden Schweizer sehen moralische Kritik am Bankgeheimnis überhaupt als gerechtfertigt an. Breite Zustimmung findet hingegen der Satz, „dass Staaten systematisch Informationen über unbescholtene Bürger sammeln, ist in jedem Fall eine inakzeptable Verletzung der Privatsphäre“.

Als „vermögend“ gelten in der Studie Personen mit mehr als 500.000 Euro frei verfügbarem Anlagevermögen bzw. mehr als 900.000 Schweizer Franken. Die Studie wurde im Auftrag der LGT Group von der Abteilung für Asset Management der Johannes Kepler Universität Linz erstellt und am Dienstag in Wien präsentiert.