Glashaus-Großprojekt Blumau: Baubeginn noch heuer geplant

Bad Blumau (APA) - Noch heuer könnten im oststeirischen Bad Blumau die ersten Glashäuser des umstrittenen Großprojekts des Firma „Frutura“ g...

Bad Blumau (APA) - Noch heuer könnten im oststeirischen Bad Blumau die ersten Glashäuser des umstrittenen Großprojekts des Firma „Frutura“ gebaut werden. Geschäftsführer Manfred Hohensinner zeigte sich nach den Thermalwasserfunden vom April zuversichtlich. Mitte Juli soll die sogenannte Reinjektion versucht werden. Gelinge auch die, stehe dem Bau wohl nichts mehr im Wege.

Hohensinner erklärte am Dienstag im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur, dass man mit dem ersten Pumpversuch mehr als zufrieden gewesen sei: „Die Temperatur des Wassers lag bei 125 bis 127 Grad Celsius und ist damit höher als die benötigten 110 Grad.“ Auch bei der Tiefe des Wasserfundes war das Unternehmen positiv überrascht: „Wir stießen auf knapp 3.300 Metern Tiefe auf das Thermalwasser, geplant waren eigentlich 3.600 Meter“, sagte Hohensinner.

Derzeit werde am Loch für die Rückführung des Wassers in den Boden gebohrt. In etwa eineinhalb Monaten sollte dann die Reinjektion versucht werden. Bisher hätten sich laut Geschäftsführer keine Auswirkungen speziell beim Wasserdruck für andere Nutzer des heißen Quellwassers ergeben, wie dies im Vorfeld von Projektgegnern befürchtet wurde. Überwacht werden die Bohrungen von Geologen des Landes Steiermark.

Schon jetzt werden die Vorbereitungen für den Bau der ersten Gewächshäuser getroffen. Er wolle sich aber nicht zu früh freuen, denn es könne immer wieder etwas die Pläne durchkreuzen und für Verzögerungen sorgen, so Hohensinner.

„Frutura“ plant in fünf Kilometern Entfernung zum Rognerbad Blumau auf knapp 27 ha ein Glashaus um 50 Mio. Euro, das geothermisch beheizt wird und 200 Arbeitsplätze bringen soll. Das Projekt sieht vor, dass heißes Thermalwasser an die Oberfläche gepumpt wird und dort per Wärmetauscher das Wasser in den Leitungen der Gewächshäuser erwärmt, ehe es wieder in den Boden rückgeführt wird. Hohensinner sprach von „einer Art Zentralheizung“, statt Feuer benutze man eben heißes Quellwasser.

Gegen das Projekt laufen Rogner und der Tourismusverband Sturm, auch Grüne sowie die Landwirtschaftskammer sind dagegen. Gegenwind kommt auch von der Bürgerinitiative „Schützt Bad Blumau vor Agrarindustrie“. Diese hatte im April Fotos des hochkommenden Wassers veröffentlicht und die Temperatur infrage gestellt, da kein Dampf zu sehen war. Laut Hohensinner handelte es sich dabei aber um das Spülwasser im Bohrloch, noch bevor Thermalwasser gesprudelt sei.