Schweiz erwartet weitere hohe Strafen für Banken in den USA

Berlin (APA/dpa) - Nach der Beilegung des Steuerstreits der Credit Suisse in den USA mit einer Rekordstrafe von 2,6 Mrd. Dollar (1,9 Mrd. Eu...

Berlin (APA/dpa) - Nach der Beilegung des Steuerstreits der Credit Suisse in den USA mit einer Rekordstrafe von 2,6 Mrd. Dollar (1,9 Mrd. Euro) rechnet die Regierung in Bern mit weiteren hohen Strafen für Schweizer Banken. Die Verhandlungen mit der US-Justiz sollten bald abgeschlossen werden können, sagte Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf am Dienstag.

„Wir werden die Vergangenheit regeln und dann haben wir den Blick klar für die Zukunft“, erklärte sie. Unmittelbar betroffen sind mehr als ein Dutzend größere Banken, darunter die Zürcher Kantonalbank und die Privatbank Julius Bär. Widmer-Schlumpf wies darauf hin, dass die Schweizer Regierung nicht mit am Verhandlungstisch sitze. Es sei Sache der Banken und nicht der Politik, ihre Vergangenheit zu regeln.

Unterdessen erklärte der Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse, Urs Rohner, ihn sowie Konzernchef Brady Dougan treffe keine persönliche Schuld für fehlerhaftes Verhalten der Bank in den USA. „Persönlich haben wir eine weiße Weste“, sagte Rohner im Schweizer Radio SRF.

Die zweitgrößte Schweizer Bank hatte in der Nacht zum Dienstag nach monatelangen Verhandlungen in einem offiziellen Schuldeingeständnis erklärt, „dass sie US-Kunden im Rahmen ihres früheren grenzüberschreitenden Private-Banking-Geschäfts dabei geholfen hat, der US-Steuerbehörde IRS falsche Steuerbelege vorzulegen“.

Nach Angaben des zuständigen US-Untersuchungsausschusses sollen 1.800 Mitarbeiter der Bank in den USA Amerikanern geholfen haben, in 22.500 Schweizer Konten rund 10 Mrd. Dollar vor ihrer Steuerbehörde zu verstecken.