Europas Leitbörsen am Vormittag mehrheitlich im Minus

Frankfurt am Main (APA) - Die Leitbörsen in Europa haben sich am Dienstagvormittag mehrheitlich mit leichten Kursverlusten gezeigt. Der Euro...

Frankfurt am Main (APA) - Die Leitbörsen in Europa haben sich am Dienstagvormittag mehrheitlich mit leichten Kursverlusten gezeigt. Der Euro-Stoxx-50 stand gegen 11.10 Uhr mit einem Minus von 0,37 Prozent bei 3.158,21 Punkten. Der DAX in Frankfurt notierte bei 9.632,19 Punkten und einem leichten Minus von 0,28 Prozent. In London zeigte sich der FT-SE-100 mit Abschlägen von 0,44 Prozent auf 6.814,31 Punkten.

Seit der letzten EZB-Ratssitzung am 8. Mai in Brüssel stehen die Geldpolitiker wieder einmal im Zentrum des Interesses. Zunächst Draghi und nach ihm weitere führende EZB-Vertreter wie Chefvolkswirt Peter Praet hatten die Erwartung geschürt, dass die Notenbank bei ihrer nächsten Sitzung am 5. Juni weitere Maßnahmen im Kampf gegen eine bedrohlich niedrige Inflation beschließen könnte. Im heutigen Tagesverlauf stehen noch Reden der Notenbank-Chefs von Spanien, Finnland und Österreich auf der Agenda.

Bankaktien stehen am Dienstag erneut im Fokus. Händler verwiesen auf den Steuerstreit der Credit Suisse in den USA. Die Schweizer Großbank muss eine Strafe von 2,6 Milliarden Dollar (1,9 Mrd. Euro) zahlen. Um das seit Jahren laufende Verfahren zu beenden, räumte die Schweizer Großbank auch ihre Schuld ein. Damit bekannte sich in den USA erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt eine Bank zu einem Verbrechen. Das jahrelange Verfahren habe damit ein Ende, kommentierte der Börsianer. Dass es zu einer milliardenschweren Strafe kommen würde, sei am Markt erwartet worden.

Die zuletzt arg gebeutelten Aktien der Credit Suisse haben zur Erholung angesetzt und konnten um 1,19 Prozent zulegen. Bei der Bank Vontobel zeigt man sich wenig überrascht vom Vergleich. Einzig die Höhe der Zahlung habe eher am oberen Ende der herumgereichten Erwartungen gelegen. In Frankfurt bewegten sich die Aktien von Commerzbank und Deutscher Bank kaum von der Stelle. Intesa SanPaolo konnten in Mailand um knapp ein Prozent dazugewinnen.

Vodafone sind in London um 4,25 Prozent abgerutscht. Der britische Telekomkonzern steht nach dem milliardenschweren Verkauf seiner US-Mobilfunkbeteiligung vor neuen Herausforderungen. Im laufenden Geschäftsjahr (Ende März) rechnet das Unternehmen damit, auch wegen hoher Investitionen operativ erneut weniger Geld zu verdienen. Im abgelaufenen vierten Geschäftsquartal indes war der organische Umsatz im Mobilfunkgeschäft nicht ganz so deutlich zurückgegangen wie befürchtet.

Vossloh-Aktien legten 1,05 Prozent zu. Händler verwiesen auf wieder einmal aufgekommene Spekulationen am Markt, dass der Großaktionär und Aufsichtsratschef Heinz Hermann Thiele seinen Anteil von bisher über 25 Prozent der Aktien des Verkehrstechnikkonzerns auf mehr als 50 Prozent ausbauen könnte. Ein Händler erinnerte daran, dass diese Gerüchte immer wieder aufkommen und mit großer Zurückhaltung betrachtet werden sollten. Denn Thiele habe zuletzt auch dementiert, seinen Anteil weiter ausbauen zu wollen.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA218 2014-05-20/11:27