Osttirol

Handicap als Herausforderung

Die Arbeitsassistenz in Lienz hilft Menschen mit Behinderung, einen Job zu finden. Jugendliche bis 24 machen mehr als die Hälfte der Klienten aus, die Nachfrage steigt.

Von Catharina Oblasser

Lienz –Was in Sonntagsreden zur Integration von Menschen mit Behinderung gesagt wird, interessiert niemanden. Handeln und konkrete Maßnahmen sind gefragt. Davon ist Gerlinde Kieberl, Arbeitsassistenz-Mitarbeiterin der ersten Stunde, überzeugt.

Als die Arbeitsassistenz (Arbas) vor 15 Jahren ihr Büro in Lienz eröffnete, teilten sich Kieberl und Kollegin Gerda Willmann eine 40-Stunden-Stelle. Heute umfasst das Arbas-Team mit Bettina Saiger, Angelika Mahl und Daria Egger fünf Mitarbeiterinnen, die zurzeit 65 Klienten betreuen.

Zu tun ist genug: Denn in den letzten 15 Jahren sei bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung am ersten Arbeitsmarkt „kein Stein auf dem anderen geblieben“, sagt Marco Nicolussi, Geschäftsführer der Arbas Tirol. Das trifft auch auf Osttirol zu, obwohl die Bedingungen für die Arbeitssuche nach wie vor schwieriger seien als etwa in Innsbruck oder Schwaz.

Mussten die Arbeitsassistentinnen anfangs noch „Klinken putzen gehen bei den Firmen“, wie Kieberl es ausdrückt, so würden sich inzwischen immer öfter die Unternehmen von selbst bei der Arbas melden. Wer einen Menschen mit Handicap beschäftigt, kann mit Förderungen und Prämien rechnen. Die Höhe und die Voraussetzungen ändern sich allerdings regelmäßig.

Bei den Arbeitssuchenden ist die Arbas schon recht gut etabliert. „Zwei Drittel melden sich direkt bei uns, ein Drittel wird vom AMS zu uns verwiesen“, berichtet Gerda Willmann. Das klassische Bild von Behinderung, nämlich ein Rollstuhlfahrer, entspricht übrigens kaum der Realität, sagt Willmann. „Wir vermitteln Menschen mit Seh- oder Hörbehinderungen, psychischen und kognitiven Beeinträchtigungen oder chronisch Kranke, wie etwa Diabetiker.“ Für jeden Einzelnen die passende Arbeitsstelle zu finden, sei die Herausforderung.

Besonders wichtig ist die Betreuung von Jugendlichen mit Handicap, die mittlerweile einen Großteil der Arbas-Klienten ausmachen. Sie werden schon im letzten Pflichtschuljahr begleitet. Für viele ist eine verlängerte Lehre eine gute Option, es gibt auch die Möglichkeit, nur eine Teilqualifizierung zu erwerben. Betreut werden sie bis zum Lehrabschluss.

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Catharina Oblasser

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