Ab 1. Juni online

Pensionskonto: Ein Drittel der Tiroler ignoriert PVA-Post

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Am 1. Juni geht das neue Pensionskonto online. Von 147.300 Tirolern haben etwa ein Drittel die Post von der PVA ignoriert. Wer seine Versicherunslücken nicht eingereicht hat, hat noch Zeit bis Ende 2016. Danach lässt sich aber nichts mehr ändern.

Innsbruck – Zwei von drei Tirolern haben auf die Post der Pensionsversicherungsanstalt reagiert. Von 1,7 Millionen Aussendungen österreichweit wurden etwa 147.300 an Tiroler versandt. Davon haben mehr als 64 Prozent - also 94.270 Tiroler - geantwortet. Österreichweit liegt die Rücklaufquote bei 63 Prozent.

In der ersten großen Welle - im zweiten Halbjahr 2013 - wurden alle Versicherten angeschrieben und ersucht, ihre Versicherungsdaten zu ergänzen. Bis dato gab es zwei Erinnerungen. Eine weitere werde es nicht geben, teilte die PVA mit. Inhalt: Die Aufforderung, die Versicherungszeiten für das neue Pensionskonto zu ergänzen, das Anfang 2014 gestartet ist und am 1. Juni online geht. Das Konto löst das komplizierte alte Berechnungssystem ab und wird den Österreichern auch im Internet Auskunft darüber geben, wie viel an Pensionsansprüchen sie bisher erworben haben.

Gefragt waren in den Schreiben der PVA etwa Zeugnisse - in manchen Fällen zurück bis zum 15. Lebensjahr - oder Bestätigungen von Praktika. Jeder, der im PVA-Computer Lücken in seinem Arbeitsleben aufweist, wurde angeschrieben. Schaden ist den Bürgern durch ihr Abwarten bisher aber keiner entstanden. Denn sie haben bis Ende 2016 Zeit, ihr Konto auf den letzten Stand zu bringen. Erst danach lässt sich an der so genannten Erstgutschrift nichts mehr ändern. Das bedeutet, der Versicherte verliert dann den Schutz der Vergleichsrechnung, dadurch könne laut PVA die Pension etwas niedriger ausfallen. Die Versicherungszeiten gehen nicht verloren, sie fließen aber nicht in die Berechnung der Kontoerstgutschrift ein, heißt es.

Unmut über Schul- und Studienzeiten

Die Erstgutschrift ist jene Summe, die den Österreichern für ihr bisheriges Berufsleben als Pensionsanspruch angerechnet wird. Sie ist eine Kombination aus den Ansprüchen aus dem alten und neuen System (gilt bereits seit 2005). Wie viel Geld nun auf dem neuen Pensionskonto liegen wird, rechnet die PVA aus, indem sie eine theoretische Pension aus dem alten System einer theoretischen Pension aus dem neuen gegenüberstellt. Heraus kommt dann ein „Ausgangsbetrag“. Hier kann man nun Glück oder Pech haben: Jüngere können bis zu 3,5 Prozent gegenüber dem alten System verlieren, Ältere maximal 1,5 Prozent. Es kann aber auch ein leichtes Plus herauskommen. Bei der PVA geht man davon aus, dass die meisten beim Ergebnis ganz leicht profitieren werden.

Laut PVA habe es bei den ersten Aussendungen sehr viel Unmut in der Bevölkerung bezüglich der Übermittlung der Schul- und Studienzeugnisse gegeben. Danach gab es die Möglichkeit auf die Feststellung der Schul- und Studienzeiten zu verzichten, falls kein Interesse an einem Nachkauf bestanden hat. Auf die Frage, warum die Pensionsversicherungsanstalt die Studiendaten nicht direkt von den Universitäten bezieht, nannte die PVA datenschutzrechtliche Gründe. (sas, wer)

Das Pensionskonto

Die Einführung des Pensionskontos bzw. die Umstellung der alten Ansprüche darauf war die größte Systemumstellung seit Jahrzehnten. Mit ihr sind nun alle Versicherten ab dem Jahrgang 1955 im selben System vereint.

Der praktische Vorteil: der Versicherte kann vom Konto ablesen, wie hoch seine bisher erworbenen Pensionsansprüche sind und wann der Stichtag zum Antritt des Regelpensionsalters ist. In einem weiteren Schritt soll mittels eines Rechenmodells auch ablesbar sein, wie hoch die Pension (bei normalem Versicherungsverlauf) sein wird, wenn man mit einem bestimmten Alter den Ruhestand antritt. Davon erhofft man sich, dass viele Versicherte (wegen der zu erwartenden höheren Pension) auf den Antritt einer Frühpension verzichten und möglichst bis zum Regelpensionsalter weiterarbeiten.

Den Stand des Pensionskontos kann man bei der zuständigen Pensionsversicherungsanstalt anfordern. Zudem kann man mit Handy-Signatur oder Bürgerkarte das Pensionskonto selbst online einsehen.

Um zu garantieren, dass tatsächlich alle Versicherungszeiten in das Pensionskonto integriert werden, haben sich die Pensionsversicherungsträger an ihre Versicherten gewandt, damit diese entsprechende Dokumente nachliefern können. Für ASVG-Versicherte bleibt bis längstens Ende 2016 Zeit, ohne finanzielle Nachteile Lücken im Versicherungsverlauf zu schließen. Wer beispielsweise nicht registrierte frühere Beschäftigungsverhältnisse erst später nachliefert, profitiert laut Auskunft der PVA nicht mehr vom bei der Systemumstellung vereinbarten Maximal-Verlust von 3,5 Prozent.

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