Preiskampf und Netzausbau schmälerten Vodafone-Gewinn

London (APA/Reuters) - Der harte Preiskampf zwingt Vodafone zu milliardenschweren Abschreibungen auf sein Europa-Geschäft und brockt dem bri...

London (APA/Reuters) - Der harte Preiskampf zwingt Vodafone zu milliardenschweren Abschreibungen auf sein Europa-Geschäft und brockt dem britischen Mobilfunk-Riesen einen Gewinnrückgang ein. Im Geschäftsjahr 2013/14 bis Ende März fiel das Betriebsergebnis (Ebitda) um 7,4 Prozent auf 12,8 Mrd. Pfund (15,7 Mrd. Euro), wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Auch hohe Investitionen in den Netzausbau belasteten die Bilanz. In Deutschland sank der operative Gewinn deswegen sogar um 18 Prozent auf 3,2 Mrd. Euro. Eine Besserung ist nicht in Sicht. Denn wegen der Kosten für den weiteren Netzausbau rechnet Vodafone auch im laufenden Geschäftsjahr mit einem sinkenden Profit.

Die Abschreibungen - vor allem in Deutschland und Italien - summierten sich auf 6,6 Mrd. Pfund. Wie viel davon auf Deutschland entfiel, verriet Vodafone nicht. „Sie wissen, dass Deutschland einen großen Teil der Bewertung der Vodafone Group ausmacht“, sagte der Finanzchef des hiesigen Geschäfts, Thomas Nowak, in Düsseldorf lediglich. In Europa macht Vodafone vor allem der harte Konkurrenzkampf und die von den Wettbewerbshütern erzwungenen Preissenkungen zu schaffen, wie Konzernchef Vittorio Colao erklärte. Zudem habe die Wirtschaftsflaute viele Kunden beim Telefonieren sparen lassen.

Auch Rivalen wie die Deutsche Telekom und die spanische o2-Mutter Telefonica sind zu massiven Investitionen gezwungen, weil immer mehr Nutzer auf Smartphones und Tablets im Internet surfen. Vodafone will unter anderem die Netzabdeckung und die Verbindungsgeschwindigkeit verbessern. Dazu legte der Konzern für zwei Jahre ein Investitionsprogramm auf, das allerdings den Gewinn im laufenden Geschäftsjahr nach Einschätzung des Managements noch stärker drücken wird als ohnehin schon von Experten erwartet.

Daneben versucht das Unternehmen mit Zukäufen sein Netz zu stärken. Die Kasse ist prall gefüllt, nachdem Vodafone sein US-Geschäft 2013 für 130 Mrd. Dollar verkauft hatte. So übernahmen die Briten im vergangenen Jahr für knapp 11 Mrd. Euro Kabel Deutschland und auch in Spanien kauften sie einen Kabel-Netzbetreiber. Ziel ist es, Mobilfunk, Festnetz, schnelles Internet und TV aus einer Hand anzubieten.

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