Musik

Ein Konzert auf 290 Kilometern

US-Künstler Zefrey Throwell verlegt eine „Klangpipeline“ aus fast 7000 Stimmen zwischen Kufstein und Ala.

Innsbruck –Wenn der New Yorker Zefrey Throwell seine künstlerischen Ideen in Performance-Projekte gießt, kann mit größeren Menschenansammlungen gerechnet werden. Mit fünfzig Nackten an der Wall Street etwa – Throwell ließ sie bei „Ocularpation Wall Street“ im Sommer 2011, wenige Monate vor Beginn der „Occupy-Wall-Street“-Proteste, im Adamskostüm gegen den undurchsichtigen Finanzmarkt auftreten. Sozialkritik mit humoristischer Note: Man könnte in New York jemanden auf offener Straße niederschlagen „und die Leute werden über ihn drübersteigen, um den Zug zu erwischen. Aber mit Nacktheit kannst du schockieren. Das bringt die New York Times sofort auf der Titelseite“, sagt Throwell. Der in seinen Projekten gerne auch musikalische Formen zitiert: 75 Menschen gestalteten 2010 unter seiner Regie im Whitney Museum mit 25 Performances den ersten Satz seiner „Entropy Symphony“. Und rund 6800 sollen an ihrem vierten Satz beteiligt sein, der im Rahmen der Kooperation der Klangspuren Schwaz und des Bozner Transart Festivals entsteht: „Entropy Symphony – Movement IV“ ist eine Klangkette, die über 290 Kilometer von Kufstein bis nach Ala im Trentino reichen soll. „Von diesen zwei Startpunkten aus reichen die im Abstand von jeweils 50 Metern positionierten Sänger die Töne weiter, bis die zwei Klangpipelines nach geplanten dreieinhalb bis vier Stunden in der Festung Franzensfeste aufeinandertreffen“, erklärt Throwell. In der Franzensfeste würden die Töne vom Komponisten Wolfgang Mitterer aufgenommen und neu zusammengesetzt.

Damit sie überhaupt dort ankommen, müssen sich aber auch genügend Töneträger einfinden: Es können sich ganze Chöre, aber auch einzelne Sänger telefonisch (0043/(0)512/588801) oder per Mail (sekretariat@tirolersaengerbund.at) beim Tiroler Sängerbund bewerben.

Die Performance war ursprünglich für die finnische Seenplatte – bis Throwell in der Region Trentino-Südtirol-Tirol die Idealstrecke dafür fand. Nicht nur, weil er sich bei seiner Ankunft in Innsbruck für einen Lokalaugenschein an die Kleinstadt in Alaska erinnert fühlte, in der er aufgewachsen ist. „Wir vereinen mit dem Projekt auch eine Region mit einer harten Geschichte.“ (jel)

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Wolfgang Otter

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