Gesellschaft

Lanner startet Initiative im Apothekenstreit

Von Mario Zenhäusern...

Von Mario Zenhäusern

Wildschönau –Obwohl die Wintersaison vorbei ist, die Touristenscharen in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind und viele Gast- und Hotelbetriebe eine kurze Ruhepause einlegen, will im Hochtal keine Ruhe einkehren. Seit bekannt geworden ist, dass das pharmazeutische Angebot um eine Apotheke erweitert werden soll, ist Feuer am Dach. Parallel zur Inbetriebnahme der Apotheke müssten nämlich die beiden Wildschönauer Hausärzte ihre Hausapotheken schließen.

Dagegen wehren sich die Wildschönauer mit Händen und Füßen. Mehr als 2500 Unterschriften wurden für den Erhalt der beiden Hausapotheken in den Arztpraxen gesammelt. Bei einem TT-Forum musste sich Dr. Martin Hochstöger, Präsident der Tiroler Apothekerkammer, viel Kritik gefallen lassen. Der Landecker hielt aber an seiner Meinung fest: Die Eröffnung einer Apotheke sei gesetzlich erlaubt, außerdem wären die beiden Landarztpraxen auch ohne Hausapotheke überlebensfähig. Das wiederum bestreiten die beiden betroffenen Ärzte und mit ihnen die Menschen in der Wildschön­au. Sie befürchten, dass die beiden Ärzte dann gewisse Leistungen wie Röntgen etc. nicht mehr finanzieren können, was sich über kurz oder lang auf die medizinische Versorgung der Bevölkerung auswirken würde.

Bereits beim TT-Forum forderten aufgebrachte Wildschönauer die Politik zum Handeln auf. Einer der Anwesenden zeigte den Politikern ob deren Untätigkeit gar die dunkelgelbe beziehungsweise rosarote Karte.

Mit der Situation nicht abfinden will sich auch der bekannteste Bürger des Hochtals. Sixtus Lanner, früher ranghöchster ÖVP-Politiker und seit Jahren engagierter Vorkämpfer für den ländlichen Raum, hatte seinem Ärger bereits beim TT-Forum Luft gemacht: „Die Politiker aller Parteien müssen endlich handeln!“

Nun macht der auch in Wien bestens vernetzte Jung-Achtziger – Lanner feierte erst vor zehn Tagen seinen runden Geburtstag mit politischer Prominenz aus nah und fern – Nägel mit Köpfen. In einem Schreiben an die Tiroler ÖVP-Abgeordneten zum Nationalrat schlägt er vor, „dass unsere Volksvertreter“ parteiübergreifend eine Initiative starten, um die seiner Ansicht nach „völlig veraltete gesetzliche Regelung“ endlich den Erfordernissen der Zeit anzupassen. Dieses Thema sei nicht nur vielen Menschen in der Wildschön­au ein Anliegen, wie die 2562 Unterschriften belegen würden, sondern betreffe viele Gemeinden in ganz Österreich.

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