Immobilienpreise beruhigen sich angeblich

Wien (APA) - Nach dem neuerlich deutlichen Anstieg der Wohnkosten im Vorjahr sollten sich die Immobilienpreise 2014 beruhigen, schätzen die ...

Wien (APA) - Nach dem neuerlich deutlichen Anstieg der Wohnkosten im Vorjahr sollten sich die Immobilienpreise 2014 beruhigen, schätzen die Experten vom Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der Wirtschaftskammer Österreich. „Wir haben weiterhin eine Aufwärtsentwicklung - in einigen Regionen ist die Preisentwicklung nach oben aber gestoppt, der Hype ist vorbei“, so Obmann Thomas Malloth.

„Möglicherweise ist das Ende der Fahnenstange erreicht“, meinte er am Dienstag bei der Präsentation des aktuellen Immobilienpreisspiegels 2014. In Wien etwa herrsche eine extreme Verknappung beim Wohnungsangebot. Die Preise sind hoch. „Wir sehen bereits starke Ausweichbewegungen“, berichtete Malloth.

„Das geht hin bis in die Bezirke Wiens - zum Beispiel boomt der 5. Bezirk und der 8. stagniert.“ Es komme auch zum Wegzug aus den ganz großen Konglomeraten wie Wien zu kleineren, die eine perfekte Anbindung an die größeren haben. Neusiedl und Eisenstadt seien jetzt „auf der Gewinnerstraße“.

Dass die Preise in Wien hinuntergehen, glaubt Mollath nicht. „Bis die Politik endlich in eine größere Produktion einsteigt, werden noch drei bis fünf Jahre vergehen; bis dahin werden gebrauchte Eigentumswohnungen weiter unter Druck sein“, erwartet er.

„In den letzten Monaten ist die Abflachung der Preiskurve sicher vorhanden“, berichtete der Obmann der Fachgruppe der Immobilientreuhänder in der Wiener Wirtschaftskammer, Michael Pisecky, über die Entwicklung des ersten Halbjahres 2014. Seit Beginn der Wirtschaftskrise 2008 steigen die Preise.

Eine „Blasenbildung“ mit einem wesentlichen Preisverfall sei aber „nicht absehbar“, so Pisecky. Eine Blase entstehe, wenn die Nachfrage höher sei als das Angebot und wenn ein hohes Maß an Fremdfinanzierung herrsche. „Wir haben diese Verhältnisse in Österreich in keinster Weise, sondern moderate Finanzierungen und ein günstiges Zinsniveau“, wies er eine frühere Einschätzung der US-Ratingagentur S&P zurück, dass sich in Wien eine Immobilienblase bilden könnte.

Für 2014 rechnet Malloth mit einem „erheblichen Abflachen bzw. einer Stagnation“. „Die Preise werden nicht mehr diese Zuwachsraten haben, wie wir das in den vergangenen Jahren hatten.“ Und auch der Tiroler Immobilienexperte Arno Wimmer von der Maklerbüro-Gruppe Remax ortet eine Beruhigung: „Das, was in dem ‚Hype‘ passiert ist, eine Immobilie zu kaufen, ohne auf den Preis zu schauen, das ist jetzt vorbei - jetzt wird wieder auf die Rendite geschaut.“

~ WEB http://wko.at ~ APA403 2014-05-20/14:20