Test

Dem gelenkten Soul schauen wir gern ins Maul

Bringt noch mehr Farbe ins ohnehin bunte Gaistal in Leutasch: der neue Kia Soul, ab sofort erhältlich.Foto: Höscheler

Optisch bleibt sich der eigenwillige Crossover von Kia in der zweiten Generation treu, an Innenleben hat er gewonnen.

Leutasch –Mit Rundungen gibt sich der Soul-Nachfolger ebenso wenig ab wie sein Vorgänger. Zwar kommt der 4,14 Meter lange Neuling nicht umhin, auf kantenlosen Reifen abzurollen – die Karosserie hingegen geht abseits der Radhäuser wenig Kompromisse ein. Die Front macht mit klar erkennbaren Linien auf sich aufmerksam, die Tigernose-Kühlergrillblende unterhalb des Logos demonstriert Breite. Darunter findet sich der großzügig geschnittene, trapezförmige Lufteinlass, darüber die schräg stehende Windschutzscheibe, die auf einen fließenden Übergang zum Dach verzichtet. Dieses wirkt wie aufgesetzt und erlaubt sich erneut einen scharfen Bruch im Bereich der Heckklappe. Die gewählte Formensprache bewirkt, dass der Soul größer erscheint, als er tatsächlich ist.

Angesiedelt an der Grenze zwischen Klein- und Kompaktwagen, versehen mit einer Dachhöhe von 1605 Millimetern (ohne Reling) und einer Breite von 1800 Millimetern, bietet er ein Ladevolumen an, das von 354 bis 994 Liter reicht. Damit qualifiziert er sich keinesfalls für den Titel eines Lademeisters, für alltägliche Einkäufe jedoch ist der Soul die richtige Wahl.

Dies gilt um nichts weniger, wenn es um die Innenraumanmutung geht: Die Materialien haben gegenüber dem Vorgänger an Qualität gewonnen, die Verarbeitung ist vorbildlich, wie wir bei einer Erprobung in Leutasch in Erfahrung brachten. Das Instrumentarium mit einer Mischung aus analogen und digitalen Anzeigen könnte ein Frischesiegel erhalten; das ab der höchsten Ausstattungsstufe Gold installierte Navigationssystem mit großem, hochauflösendem und vorteilhaft platziertem Touchscreen stellt viele Konkurrenzmodelle in den Schatten.

Brachte sich Kia in den vergangenen Jahren mit einer Sieben-Jahres-Garantie, einem ansprechenden Design und einem Qualitätszuwachs ins Gespräch, erregten Lenkung und Motoren weniger Aufsehen. Als solide galten die Aggregate, nicht aber als Fahrspaßmaximierer. Dass die Koreaner anders können, demonstrierten sie aber vor einigen Monaten mit dem Cee’d GT/Procee’d GT. Mit dem sportlichen Kompakten kann der Soul nicht mithalten, aber er profitiert von der Lernkurve der Ingenieure: Die Lenkung des Crossovers ist ausreichend präzise und der von uns gefahrene 128 PS starke 1,6-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel überzeugt mit frühzeitig anliegenden 260 Newtonmetern Drehmoment und akzeptabler Beschleunigung (Normverbrauch: 5,0 l/100 km, CO2: 136 g/km). Harmonisch in den Arbeitsprozess fügt sich die bestellbare Sechsstufenautomatik ein. Zusätzlich zur Wahl steht ein 132 PS starker 1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner. Den gibt es inklusive Basisausstattung Titan und Sechsgang-Handschalter ab 17.890 Euro. Für den Selbstzünder sind 1250 Euro mehr zu berappen. Darüber rangiert die Silber-Ausstattung, dann folgt Gold. (hösch)

Verwandte Themen